Klingbeil will härter gegen Steuerbetrug vorgehen
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat angekündigt, Steuerbetrüger künftig strenger zu bestrafen. In einem Interview mit der Funke Mediengruppe sagte der SPD-Vorsitzende: „Ich will, dass eine Selbstanzeige nicht mehr generell zur Straffreiheit führt. Kriminelle dürfen sich nicht mehr so einfach freikaufen können.“ Derzeit kann eine Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung Straffreiheit bewirken, wenn die hinterzogenen Steuern samt Zinsen nachgezahlt werden. Klingbeil besucht heute die SPD-Landesgruppen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen/Bremen in Bielefeld und will am Mittwoch die Eckpunkte für den Haushalt 2027 vorlegen. Ob seine Ankündigung tatsächlich in Gesetze mündet, bleibt abzuwarten.
Immer mehr Radfahrer sterben im Straßenverkehr
Laut Statistischem Bundesamt kamen 2025 insgesamt 462 Radfahrer bei Unfällen ums Leben – ein Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber 2024. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl sogar um 20,6 Prozent. Hauptgrund ist der Boom der E-Bikes: Die deutsche Fahrradindustrie verkauft inzwischen mehr elektrische als konventionelle Räder. Ältere Menschen nutzen häufig Pedelecs, sind aber bei Stürzen verletzlicher. Im EU-Schnitt ist über die Hälfte der getöteten Radfahrer älter als 65 Jahre. Mein Kollege Lukas Kissel zeigt, dass Länder wie Litauen durch bessere Radinfrastruktur und Fahrradstraßen die Unfallzahlen senken konnten. Ob Finanzminister Klingbeil bei seinen Haushaltsplänen auch an Radfahrer denkt, bleibt fraglich.
Trump und White: Keine Angst beim Attentat
Nach dem Attentat auf eine Gala in Washington geben sich US-Präsident Donald Trump und Kampfsport-Promoter Dana White betont cool. Trump behauptet in einem Interview, er habe den Secret Service gebremst: „Ich wollte sehen, was passiert, und ich habe es ihnen nicht einfach gemacht.“ Er sei nicht besorgt gewesen. White beschreibt die Situation als „fucking awesome“ und habe jede Minute in sich aufgesogen. Ein Video zeigt einen Mann, der während der Panik seelenruhig seinen Salat isst – das Internet nennt ihn „salad man“.
Weitere Nachrichten des Tages
- Russland bestellt deutschen Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ein wegen angeblicher Kontakte zu Terrororganisationen. Lambsdorff weist die Vorwürfe zurück.
- Fünf Aktivisten der Gruppe „Ulm5“ müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie ein Rüstungsunternehmen verwüstet haben sollen. Ihre Unterstützer sorgten für Tumulte.
- Ein Paketbote rettete sich vor Hunden auf eine Porsche-Motorhaube. Das Gericht entschied, dass er für die Kratzer nicht haften muss – die Verantwortung liege beim Tierhalter.
- In Biebesheim am Rhein half die CDU der AfD zu einem Sitz im Gemeindevorstand. Mehreren CDU-Mitgliedern droht nun der Parteiausschluss.
Kinderexperten an die Macht
Eine neue Studie hat Kinder gefragt, was gutes Spielen ausmacht. Die Forscher lernten Grundlegendes über ihre Bedürfnisse und freuten sich über lustige Antworten wie: „Das Spielen war toll, weil ich ein rosa Prinzessinnen-Hündchen sein konnte.“
Was heute weniger wichtig ist
Sänger Howard Carpendale, 80, motzte ZDF-Moderator Oliver Welke, 60, in einem Instagram-Post an. Welke hatte in der „heute show“ gesagt: „Hundert Beine, stinkt alles nach Urin. Was ist das? Die erste Reihe bei Carpendale.“ Carpendale forderte Welke auf, ein Konzert zu besuchen: „Komm mal vorbei, ich bring dir ein bisschen bei, was Empathie heißt.“
Heute Abend: Druckfrisch in der ARD-Mediathek
Literaturkritiker Denis Scheck, der zuletzt wegen sexistischer Klischees in der Kritik stand, trifft auf die Schriftstellerinnen Judith Schalansky und Siri Hustvedt. Meine Kollegin Anja Rützel urteilt: eine „solide und völlig akzeptable“ Sendung, habe aber dennoch einiges auszusetzen.



