Rapper Ritter Lean: Schwarzfahren – Knast-Drohung, dann doch gezahlt
Ritter Lean: Schwarzfahren – Knast-Drohung, dann gezahlt

Der Berliner Rapper Ritter Lean, bürgerlich Adrian Julius Tillmann, sorgte mit einer Ankündigung für Aufsehen: Er wolle wegen mehrfachen Schwarzfahrens ins Gefängnis. In einem Instagram-Video erklärte er zunächst: „Ich gehe in den Knast.“ Nach zahlreichen Reaktionen seiner Fans und Bedenken seiner Mutter entschied er sich jedoch um und beglich die Strafe. Zunächst hatte die „Berliner Morgenpost“ über den Fall berichtet.

Selbstversuch hinter Gittern?

In dem Video räumte Ritter Lean ein, in den letzten Jahren mehrfach ohne gültigen Fahrschein erwischt worden zu sein. „Mit ADHS ist es eh so, dass ich Sachen die ganze Zeit vor mir herschiebe“, sagte der Musiker. Obwohl er sich die Zahlung von 60 Euro leisten könnte, sah er die Inhaftierung als „Selbstversuch“, um zu testen, ob er sechs Tage ohne Smartphone auskomme. Bei der BVG wird Schwarzfahren mit einem erhöhten Beförderungsentgelt von 60 Euro geahndet; wer ein Abo besitzt, aber die Karte vergessen hat, kann dies online nachweisen und zahlt nur 7 Euro Gebühr.

Kritik an der Strafe

Ritter Lean wollte mit seiner Aktion auf die Ungerechtigkeit der Regelung aufmerksam machen. „Unter diesem Gesetz leiden immer die, die sich das Ticket nicht leisten konnten, dann die Strafe nicht zahlen konnten, die Mahnung nicht zahlen konnten und sich auch nicht aus dem Gefängnis freikaufen können“, kritisierte er. Zudem griff er Kanzler Friedrich Merz (CDU) scharf an, weil dieser das 9-Euro-Deutschlandticket nicht wieder eingeführt habe. Seine Aussagen lösten Hunderte Kommentare aus.

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Kein Joke: Entscheidung revidiert

Nach der Flut an Rückmeldungen änderte der Rapper seine Pläne. „Ich hab' von euch extrem viele Nachrichten bekommen, dass es Quatsch ist, dafür wirklich Knast zu gehen und dass ich meinen Punkt mit dem Reel eh sehr deutlich gemacht habe“, schrieb er. Auch seine Mutter habe sich große Sorgen gemacht, und als er vor dem Gefängnis stand, bekam er selbst Angst. „Knast ist kein Joke. Ich habe deshalb gezahlt und bin doch nicht rein. Manchmal nimmt man sich zu viel vor. Viele Menschen haben diese Wahl nicht. Genau darauf wollte ich aufmerksam machen - auch wenn meine Aktion nicht perfekt war“, so Ritter Lean abschließend.

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