AfD-Abgeordnete verdienten Tausende Euro durch YouTube-Werbung bei Bundestagsreden
AfD-Politiker verdienten an YouTube-Werbung für Bundestagsreden

AfD-Politiker erzielten Einnahmen aus YouTube-Werbung für Parlamentsreden

Bundestagsabgeordnete der AfD haben offenbar Tausende Euro zusätzlich verdient, indem sie Reden aus dem Plenum auf YouTube hochgeladen und dort Werbung schalten ließen. Dies berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die „Welt“. Die Vorsitzende der Rechtsstellungskommission des Bundestags, Andrea Lindholz von der CSU, bezeichnete diese Praxis als „problematisch und unzulässig“.

Rechtliche Bedenken und Reaktionen

Die Rechtsstellungskommission hat sich in zwei Sitzungen mit dem Fall befasst und folgte dabei der Rechtsauffassung der Bundestagsverwaltung. Diese besagt, dass vorgeschaltete Werbung auf YouTube-Kanälen von Abgeordneten laut dem Abgeordnetengesetz nicht gestattet ist. Lindholz betonte, dass die Abgeordnetenentschädigung alle mandatsbezogenen Tätigkeiten abdecke und keine zusätzlichen Einkünfte aus Plenarreden erzielt werden dürften.

Die AfD-Fraktion hat inzwischen erklärt, ihren Mitgliedern zu raten, politische Videos nicht zu monetarisieren, und sich dieser Auffassung angeschlossen. Ein Sprecher bestätigte, dass die Fraktion in Zukunft keine Monetarisierung von Social-Media-Beiträgen mit parlamentarischem Bezug vornehmen werde.

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Einzelfall Stephan Brandner

Unter den betroffenen Politikern befindet sich auch der zweite Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Stephan Brandner. Er bestätigte gegenüber der „Jungen Freiheit“, dass er über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren rund 15.000 Euro mit der Monetarisierung seines YouTube-Kanals verdient habe. Trotz seines monatlichen Abgeordnetensalärs von fast 12.000 Euro plante er, das Geld als Rücklage für Rechtsstreitigkeiten zu verwenden.

Brandner räumte ein, dass er rückblickend prüfen hätte sollen, ob diese Einnahmen gegen das Abgeordnetengesetz verstoßen. Er kündigte an, sämtliche Einnahmen aus der Monetarisierung seines YouTube-Accounts an die Bundestagsverwaltung zurückzuzahlen.

Weitere Implikationen und Debatte

Der Fall wirft Fragen zur Transparenz und ethischen Standards im politischen Betrieb auf. Experten warnen, dass solche Praktiken das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben könnten. Die Diskussion um die Monetarisierung von politischen Inhalten in sozialen Medien dürfte in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, insbesondere im Hinblick auf die Regulierung digitaler Plattformen.

Die Bundestagsverwaltung und die Rechtsstellungskommission werden voraussichtlich weitere Maßnahmen ergreifen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern und klare Richtlinien für Abgeordnete im Umgang mit Social Media zu etablieren.

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