Lennart Karl: Bayerns Juwel jagt WM-Ticket und Nagelsmanns Anruf
Lennart Karl jagt WM-Ticket und Nagelsmanns Anruf

Lennart Karl genießt die Sonne mit seiner Freundin Zoe Käppele, doch die Gedanken des 18-jährigen Bayern-Talents kreisen um einen ganz besonderen Anruf: den von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Für Karl gilt es, im letzten Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln noch einmal mit einer starken Leistung auf sich aufmerksam zu machen, um das WM-Ticket zu lösen. Sein Blitzaufstieg war nach AZ-Informationen nicht vorgezeichnet.

Der verpasste Anruf in der Mathe-Nachhilfe

Karl wartet auf den Anruf der Anrufe – jenen, der über seinen Sommerplan entscheidet. Nicht den Urlaub mit der Freundin, den er sicherheitshalber schon vorgezogen hat, sondern die Nominierung für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Im März verpasste er Nagelsmanns ersten Anruf, weil er in der Mathe-Nachhilfe saß. „Er hat mich angerufen, als ich bei der Mathe-Nachhilfe war“, berichtete Karl später. „Dann habe ich fünf Minuten später angerufen.“ Der 18-Jährige durfte daraufhin bei den Freundschaftsspielen gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) als Joker ran. Seine Unbekümmertheit und sein Selbstvertrauen überzeugten den DFB-Coach.

Nagelsmann schwärmt von Karls Auftreten

„Er hat sehr auffällig trainiert, sich viel zugetraut, aber er hat nicht übertrieben“, resümierte Nagelsmann. „Ich war sehr positiv angetan.“ So sehr, dass er bei der WM eine Position in seinem vielschichtigen Rollensystem bekommen könnte. Allerdings ist die Nominierung nicht mehr so klar wie im März, auch wenn seine Chancen aufgrund der Verletzung von Serge Gnabry (Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel) gut sein dürften. Anfang April zog sich Karl selbst einen Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel zu. Seitdem hat er kein Spiel über die vollen 90 Minuten gemacht. Zuletzt warf ihn Bayern-Trainer Vincent Kompany beim VfL Wolfsburg (1:0) in der Schlussphase rein. Die Bayern wollen nach der Verletzung nichts überstürzen, doch für Karl ist es wichtig, seine Qualitäten Nagelsmann noch einmal zu beweisen.

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Kampf um die Startelf gegen Köln

Am besten mit einem Startelfeinsatz am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln. „Ich mache mir selbst keinen Druck“, hatte der Mann mit dem famosen ersten Ballkontakt schon vor seiner Verletzung gesagt. „Ich spiele meinen Fußball runter und dann hoffe ich mal, dass es klappt, dass ich bei der Weltmeisterschaft dabei bin.“ Es wäre der nächste Schritt seiner kometenhaften Saison, die in dieser Art und Weise alles andere als vorgezeichnet war. Es hätte sogar sein können, dass Karl die Spielzeit gar nicht beim FC Bayern gespielt hätte. Denn wie die AZ weiß, debattierte man am Bayern-Campus im Frühjahr 2025 über die Zukunft des Youngsters.

Von der Leihe zum Stammspieler

Es gab Gedankenspiele über eine Leihe in die 2. Bundesliga oder ins Ausland. Zu dieser Zeit kickte Karl noch für die U17 der Münchner und war dort unterfordert. Es gab die Überlegung, dass er die U19 und U23 überspringt und verliehen wird, denn den Durchbruch im Profikader von Kompany traute ihm trotz seiner Veranlagungen niemand zu. Am Ende blieb Karl und bewies bereits in den ersten Wochen der Saison, dass er die Leihe gar nicht nötig hat. Schon am vierten Spieltag bei der TSG Hoffenheim (4:1) gelang ihm seine erste Vorlage in der Bundesliga, es folgten vier weitere und fünf Tore im Wettbewerb. Dazu kamen Glanzstunden in der Champions League gegen Brügge (4:0) und Arsenal (1:3). Nagelsmann lernte Karl im Alter von 14 Jahren kennen. Jetzt, nach dem Pokalfinale (23. März), könnte Karl mit seinen Bayern-Kollegen nach Herzogenaurach aufbrechen, um sich dort mit der Nationalmannschaft auf das XXL-Turnier in Nordamerika vorzubereiten.

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