MDR setzt „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ für drei Jahre aus
MDR pausiert „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ drei Jahre

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) schickt seine Krimi-Stars in den Zwangsurlaub – für gleich drei Jahre. Der Sender setzt die Neuproduktion von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ für drei Jahre aus. Das teilte der MDR am Montag offiziell mit. Damit stehen auch die bekannten Ermittlerteams aus Dresden und Magdeburg vor einer langen Pause.

Betroffene Ermittlerteams

Beim „Tatort“ aus Dresden trifft es das Team um Oberkommissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, 38) mit Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach, 58) und Kommissaranwärterin Milla Brandis (Lilja van der Zwaag, 30). Beim „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg müssen Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen, 57) und ihr Vorgesetzter Kriminalrat Uwe Lemp (Felix Vörtler, 64) pausieren.

Abgedrehte Episoden werden noch ausgestrahlt

Für die Zuschauer bedeutet das: Neue MDR-Episoden werden zwar weiter ausgestrahlt – sie sind aber bereits abgedreht und liegen fertig im Archiv. Frisch gedreht wird vorerst nicht mehr. MDR-Intendant Ralf Ludwig (57) begründet den drastischen Schritt mit der Finanzlage. Wörtlich sagt er: „Wäre die aus unserer Sicht rechtmäßige moderate Anhebung des Rundfunkbeitrags seit 1. Januar 2025 so umgesetzt worden, wie von der KEF empfohlen, müssten wir diesen nun einschneidenden Weg nicht gehen. Doch die Realität lässt uns keine andere Wahl, wir können die seit 1. Januar 2025 fehlenden Einnahmen als MDR nicht mehr kompensieren.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hintergrund: Ausgebliebene Beitragserhöhung

Auslöser ist die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Eigentlich sollte er Anfang 2025 von 18,36 Euro auf 18,94 Euro steigen. Die Bundesländer setzten das jedoch nicht um. ARD und ZDF haben deshalb Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erhoben. Eine Entscheidung aus Karlsruhe steht noch aus.

Weitere Sparmaßnahmen beim MDR

Bereits bekannt war, dass der MDR das „ARD-Mittagsmagazin“ im Jahr 2027 abgeben will. Der Norddeutsche Rundfunk hat laut Mitteilung Bereitschaft signalisiert, die Produktion zu übernehmen. Auch das Magazin „MDR um 2“ wird ab 2027 nicht mehr als lineares TV-Magazin fortgeführt, sondern als Streamingformat für regionale Themen weiterentwickelt. „MDR Sputnik“ wird bereits ab 2027 nicht mehr über UKW ausgestrahlt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration