Polizei bereitet sich auf Großeinsatz bei AfD-Jugendtagung in Fulda vor
Die Polizei in Fulda rüstet sich für einen umfangreichen Einsatz am kommenden Samstag, dem 28. März. An diesem Tag plant die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ die Gründung eines hessischen Landesverbands in der osthessischen Stadt. Gegendemonstranten haben bereits massiven Protest angekündigt, was die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt.
Erwartungen des Innenministers: Deutlich weniger Teilnehmer als in Gießen
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) rechnet jedoch mit einer deutlich geringeren Beteiligung im Vergleich zur Großdemonstration im Herbst des Vorjahres in Gießen. Ende November 2025 waren dort etwa 25.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Gründung des Bundesverbands der AfD-Jugend zu protestieren. Diese Demonstration verlief überwiegend friedlich, doch es kam auch zu vereinzelten Auseinandersetzungen mit Polizeibeamten.
Der Minister erklärt, dass die Mobilisierung diesmal wahrscheinlich auf Hessen beschränkt bleiben wird. „Derzeit rufen die Gegner vor allem in Hessen zum Protest auf. Über Hessen hinaus mobilisieren sie bislang nicht“, so Poseck. In Gießen hatten die Proteste bundesweite Symbolkraft, während die Veranstaltung in Fulda eher regionalen Charakter hat.
Abauf des Samstags: Proteste und Tagung im Fokus
Ein Bündnis aus mehreren Gruppen hat die Gegendemonstrationen organisiert. Der geplante Ablauf sieht wie folgt aus:
- Um 10.00 Uhr soll sich ein Demonstrationszug formieren.
- Um 10.30 Uhr ist ein sogenanntes Demokratiefest vor dem Bürgerhaus im Stadtteil Johannesberg geplant.
- Im Bürgerhaus selbst beginnt um 11.00 Uhr die offizielle Tagung der AfD-Jugendorganisation.
Innenminister Poseck betont, dass das Ausmaß der Proteste voraussichtlich „nicht die Dimension haben wird, die wir Ende November in Gießen erlebt haben“. Er fordert alle Beteiligten auf, sich strikt an Recht und Gesetz zu halten. Gewalttätige oder illegale Aktionen der Protestierenden würden den Rechtsstaat fundamental angreifen.
Verständnis für Besorgnis, aber Appell zur Mäßigung
Gleichzeitig zeigt der Minister Verständnis für die Beweggründe der Demonstranten. Er verstehe die Besorgnis vieler Menschen vor rechtsextremen Gefahren für Demokratie und Sicherheit. Diese Ängste seien ernst zu nehmen, doch müsse der Protest in geordneten Bahnen verlaufen.
Die Polizei wird mit einem Großeinsatz vor Ort sein, um die Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten und eventuelle Eskalationen zu verhindern. Die Behörden haben bereits Erfahrungen aus der Vergangenheit gesammelt und sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet.
Die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ sieht die Gründung des Landesverbands als wichtigen Schritt zur Stärkung ihrer politischen Arbeit in Hessen. Die Gegendemonstranten hingegen wollen ein Zeichen gegen rechtsextreme Tendenzen setzen und die demokratischen Werte verteidigen.



