Der Holocaustüberlebende Albrecht Weinberg ist tot. Wie die „Ostfriesischen Nachrichten“ und der NDR berichten, starb er im Alter von 101 Jahren in seiner Heimat Ostfriesland.
Ein Leben zwischen Konzentrationslagern und Aufklärung
Weinberg wurde in Ostfriesland geboren und überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen sowie mehrere Todesmärsche. Die Nationalsozialisten löschten seine Familie nahezu vollständig aus. Im April 1945 befreiten britische Truppen ihn aus Bergen-Belsen. Nach dem Krieg lebte er jahrzehntelang in den USA. Erst 2012 kehrte er gemeinsam mit seiner Schwester nach Ostfriesland zurück.
Unermüdlicher Einsatz für die Erinnerung
Seit seiner Rückkehr besuchte Weinberg Schulen und berichtete Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen während der NS-Zeit. „Albrecht Weinberg war und bleibt ein Vorbild an Menschlichkeit für uns alle“, schrieb der Bürgermeister der Stadt Weener, Heiko Abbas, auf Instagram. Im Jahr 2025 gab Weinberg sein Bundesverdienstkreuz aus Protest gegen eine gemeinsame Abstimmung von Union und AfD im Bundestag zurück. Auch ein Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier konnte ihn nicht umstimmen.
Ehrenbürger und Namensgeber
Weinberg war Ehrenbürger von Rhauderfehn, Leer und Nordhausen. Straßen und ein Gymnasium wurden nach ihm benannt. Vor seinem ehemaligen Wohnhaus erinnern Stolpersteine an das Schicksal seiner Familie. Sein Leben und seine Rückkehr nach Ostfriesland sind dokumentiert. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Erinnerungskultur.



