Belgien gedenkt zehn Jahre nach den Terroranschlägen von Brüssel
Belgien gedenkt Terroranschlägen vor zehn Jahren

Belgien gedenkt zehn Jahre nach den Terroranschlägen von Brüssel

Zehn Jahre nach den verheerenden islamistischen Terroranschlägen vom 22. März 2016 hat Belgien mit bewegenden Gedenkfeiern an die zahlreichen Opfer erinnert. Am Brüsseler Flughafen Zaventem versammelten sich in den frühen Morgenstunden Mitarbeiter und Rettungskräfte zu einer symbolträchtigen Menschenkette, bevor in der Abflughalle eine feierliche Zeremonie stattfand.

Königliches Gedenken und politische Botschaften

Bei der offiziellen Gedenkveranstaltung im Flughafen enthüllten der belgische König Philippe und Ministerpräsident Bart De Wever gemeinsam eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer. Wenig später fand in der U-Bahn-Station Maelbeek im Europaviertel eine weitere Gedenkfeier mit denselben prominenten Teilnehmern statt. Die Anwesenheit von Königin Mathilde unterstrich die nationale Bedeutung dieses Tages.

Ministerpräsident De Wever nutzte die Zeremonien, um den damaligen Einsatzkräften zu danken und eine hoffnungsvolle Botschaft zu verbreiten. „Terroristen versuchten, uns zu spalten und uns mit Angst zu lähmen“, erklärte er. „Doch zehn Jahre später sehen wir, wie Menschen weiterhin füreinander einstehen und sich für Menschlichkeit und Würde entscheiden – oft durch kleine, stille Gesten.“

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Die tragischen Ereignisse von 2016

Am 22. März 2016 hatten drei Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) koordinierte Bombenanschläge am Brüsseler Flughafen Zaventem und in der U-Bahn-Station Maelbeek verübt. Die Explosionen töteten zunächst 32 Menschen direkt und verletzten 340 weitere schwer. Durch spätere Todesfälle infolge von Krankheiten oder Suiziden wird die offizielle Opferzahl mittlerweile mit 36 angegeben.

Die Abflughalle des Flughafens erlitt durch die Detonationen erhebliche Schäden, die erst nach umfangreichen Renovierungsarbeiten behoben werden konnten. An der Metrostation Maalbeek wird aktuell das englische Wort „remember“ an die Wand projiziert, um zum Nachdenken und Erinnern anzuregen.

Internationale Solidarität und juristische Aufarbeitung

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekundete in sozialen Netzwerken ihre Anteilnahme: „Heute denken wir an die Opfer und an ihre Angehörigen, die noch immer einen Verlust tragen, den die Zeit nicht heilen kann.“ Sie betonte, dass Europa wie schon 2016 geeint zusammenstehe und weiter entschlossen sei, die gemeinsamen Werte zu schützen.

Die strafrechtliche Aufarbeitung der Anschläge ist mittlerweile abgeschlossen. Nach einem Mammutprozess wurden 2023 gegen mutmaßliche Drahtzieher und Unterstützer der Selbstmordattentäter lange Haftstrafen verhängt. Dieser Abschluss markiert einen wichtigen Schritt in der juristischen Bewältigung der Tragödie.

Eingebettet in eine europäische Terrorserie

Die Brüsseler Anschläge reihten sich vor zehn Jahren in eine Serie islamistischer Terrorakte in Europa ein:

  • Im November 2015 töteten Terroristen bei koordinierten Anschlägen in Paris 130 Menschen und verletzten 350
  • Im Dezember 2016 fuhr ein islamistischer Terrorist mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, wobei 13 Menschen starben und ein weiteres Opfer Jahre später an den Folgen verstarb

Die Gedenkfeiern in Brüssel standen nicht nur im Zeichen der Trauer, sondern auch des Blicks in die Zukunft. Sie symbolisierten die Resilienz der belgischen Gesellschaft und die anhaltende Entschlossenheit, terroristischer Gewalt mit Einheit und Menschlichkeit zu begegnen.

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