Berlin rüstet sich gegen Cyberattacken und Desinformation vor der Abgeordnetenhauswahl
Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 warnt die Innenverwaltung des Landes eindringlich vor möglichen Cyberangriffen und gezielten Desinformationskampagnen. Die Sicherheitsbehörden haben entsprechende Abwehrmaßnahmen eingeleitet, um die Integrität der Wahl zu gewährleisten.
Reale Gefahr durch fremde Nachrichtendienste
„Cyberangriffe und Desinformationskampagnen sind mittlerweile fester Bestandteil des Aktionsrepertoires fremder Nachrichtendienste“, teilte die Innenverwaltung auf Anfrage mit. Insbesondere im Kontext der insgesamt fünf Wahlen zu Landesparlamenten in diesem Jahr, die als Gradmesser für die Bundespolitik gelten, könnte das Interesse ausländischer Mächte an Einflussnahme erhöht sein.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Wir treffen alle organisatorischen und technischen Vorkehrungen, damit die Wahl reibungslos und sicher durchgeführt werden kann. Und wir werden nicht zulassen, dass Demokratiefeinde unsere Wahlen gefährden.“
Mögliche Angriffsszenarien und Abwehrstrategien
Obwohl derzeit keine konkreten Erkenntnisse über gezielte Cyberangriffe vorliegen und die Stimmabgabe analog erfolgt, bleiben verschiedene Bedrohungsszenarien denkbar. Die Innenverwaltung verweist auf mögliche Cyberattacken gegen die technische Wahlinfrastruktur.
„Diese könnten darauf abzielen, diese Infrastruktur etwa mit sogenannten DDoS-Angriffen zu überlasten, um so eine Veröffentlichung des Wahlergebnisses zu verzögern und damit die Integrität der Wahlen selbst infrage zu stellen“, so die Behörde. Hybride Bedrohungen, die langfristige Strategien verfolgen, stellen weiterhin ein hohes Gefährdungspotenzial dar.
Zu den möglichen Instrumenten der Einflussnahme zählen:
- Desinformationskampagnen über soziale Medien
- Manipulierte Webseiten
- Gefälschte Accounts und Identitäten
Internationale Akteure und politische Bewertung
Auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg bewertete die Innenverwaltung das Gefährdungspotenzial durch hybride Bedrohungen wie staatlich gesteuerte Desinformationskampagnen als „auf fortgesetzt hohem Niveau“. Zu den Hauptakteuren nachrichtendienstlicher Tätigkeit in Berlin gehören neben Russland und China auch Iran und die Türkei.
Die Sicherheitsbehörden behalten die Lage kontinuierlich im Blick und setzen entsprechende Maßnahmen um, um Cyberangriffe, Manipulationen und Desinformationskampagnen effektiv abzuwehren. Der Schutz demokratischer Prozesse vor äußeren Einflüssen bleibt dabei oberste Priorität.



