Die brüchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran steht erneut auf der Kippe. Teheran droht nun damit, im Falle eines weiteren Angriffs Uran auf einen Reinheitsgrad von 90 Prozent anzureichern, was atomwaffentauglich wäre. Dies erklärte der Abgeordnete Ebrahim Resaei, Sprecher des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, auf der Plattform X. „Eine der Optionen Irans im Falle eines weiteren Angriffs könnte die Anreicherung von Uran auf 90 Prozent sein“, schrieb er. „Wir werden dies im Parlament prüfen.“
Waffenruhe seit fünf Wochen
Die USA und Israel hatten Iran am 28. Februar angegriffen, mit dem erklärten Ziel, die Islamische Republik am Bau von Atomwaffen zu hindern. Seit fast fünf Wochen gilt eine Waffenruhe, doch US-Präsident Donald Trump erklärte kürzlich, diese stehe kurz vor ihrem Ende. Grund sei ein aus seiner Sicht „dämlicher Vorschlag“ aus Teheran zur Beendigung des Krieges. „Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe“, sagte Trump.
Iran zeigt sich unbeeindruckt
Die iranische Führung gibt sich nach außen weiterhin unbeeindruckt. Parlamentssprecher und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf schrieb auf X: „Unsere Streitkräfte sind bereit, jeder Aggression mit einer lehrreichen Antwort zu begegnen. Wir sind auf alle Optionen vorbereitet.“ Der von Iran vorgelegte Friedensplan sieht laut Staatsmedien vor, dass die USA Reparationen für Kriegsschäden zahlen, die volle Souveränität über die Straße von Hormus anerkennen, Sanktionen beenden und beschlagnahmte iranische Vermögenswerte freigeben.
Neue Militärschläge in Planung?
Trump warf Teheran vor, sich nicht an Zusagen zu halten. Iran habe zugestimmt, dass die USA das angereicherte Uran außer Landes schaffen, doch diese Zusage sei nicht eingehalten worden. „Aber sie haben ihre Meinung geändert, es stand nämlich nicht in dem Papier“, so Trump. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle, dass das Verhandlungsteam einer Ausfuhr des hoch angereicherten Urans nicht zugestimmt habe.
Am Montagabend (Ortszeit) traf sich Trump mit seinem Team für nationale Sicherheit, darunter Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine. Konkrete Ergebnisse wurden nicht bekannt. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass Trump derzeit Militärschläge ins Auge fasse. Besonders im Pentagon werde ein aggressiveres Vorgehen gefordert, nachdem wochenlange diplomatische Bemühungen gescheitert seien.
Hintergrund des Atomstreits
Das iranische Atomprogramm ist seit Jahren umstritten. Die USA, Israel und der Westen werfen der Führung in Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Iran bestreitet dies. Kritisch bewertet der Westen insbesondere die Bestände von rund 440 Kilogramm Uran, das in Iran auf 60 Prozent angereichert wurde. Bei Weiterverarbeitung könnte dieses Material für den Bau mehrerer Atomwaffen dienen.



