In den Niederlanden sind zwei deutsche Soldaten des operativen Nato-Hauptquartiers in Brunssum von einer Gruppe maskierter Männer verbal und körperlich attackiert worden. Nach Informationen des SPIEGEL waren die beiden Bundeswehrangehörigen – ein Personenschützer und ein Stabssoldat – am Montagabend in Zivil unterwegs, als sie in einem Waldstück nahe des Nato-Stützpunktes überraschend angegriffen wurden.
Ablauf des Angriffs
Zunächst sei der Personenschützer, der sich auf dem Weg zu seinem nahe gelegenen Hotel befand, von einer Gruppe von acht bis zehn maskierten Männern angehalten und beschimpft worden. Die Männer hätten zunächst Geld gefordert, später dann auf Englisch die Parole „We hate Nato“ skandiert, so die Aussage des Feldjägers. Der Personenschützer konnte sich aus der bedrohlichen Lage befreien und alarmierte im Hotel die niederländische Polizei.
Als die Polizei am Tatort eintraf, attackierte dieselbe Gruppe einen deutschen Stabssoldaten, der ebenfalls in Zivil auf dem Weg ins Hotel war. Die Angreifer traten auf den am Boden liegenden Mann ein. Offenbar flohen die Täter, als die Polizei anrückte. Festnahmen gelangen den Beamten nicht.
Erhöhte Sicherheitsstufe
Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. Bereits vor einigen Wochen, kurz nach dem Beginn der Luftschläge gegen Iran, hatte die Nato ihre Sicherheitsstufe auf „Bravo“ erhöht. Seitdem sind die Soldaten angewiesen, außerhalb der Kaserne nicht in Uniform aufzutreten. Der Chef des Kommandos, der deutsche Viersternegeneral Ingo Gerhartz, warnte am Dienstag bei einem morgendlichen Briefing alle Soldaten, außerhalb der Kaserne äußerst wachsam zu sein, da solche Angriffe jederzeit möglich seien.
Die niederländische Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach den flüchtigen Tätern. Die Bundeswehr hat die Sicherheitsvorkehrungen für ihre Soldaten in der Region verstärkt.



