Massiver Protest gegen geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen
Am Montagabend versammelten sich etwa 1000 Menschen am Gärtnerplatz in München, um lautstark gegen den geplanten Bau eines Abschiebezentrums am Flughafen München zu demonstrieren. Die friedliche Kundgebung, die unter dem Motto "München darf nicht zur Abschiebehauptstadt werden! Stoppt den Bau des Abschiebeterminals am Münchner Flughafen!" stand, wurde vom Münchner Friedensbündnis organisiert und verlief nach Polizeiangaben störungsfrei.
Protestzug durch die Innenstadt
Die Demonstranten zogen von ihrem Startpunkt am Gärtnerplatz über eine festgelegte Route durch die Münchner Innenstadt. Der Zug führte durch die Klenzestraße, die Frauenhofer-, Blumen- und Pestalozzistraße, am Oberanger und dem Rindermarkt vorbei bis zum Marienplatz, wo eine abschließende Kundgebung stattfand. Die Polizei bestätigte, dass es während des gesamten Protests keine besonderen Vorkommnisse gab.
Details zum geplanten Abschiebezentrum
Der Flughafen München soll in den kommenden zwei Jahren um ein sogenanntes "Rückführungsterminal" erweitert werden. Laut Bauantrag könnten dort künftig bis zu 100 Abschiebungen täglich durchgeführt werden. Derzeit erfolgen Abschiebungen am Airport über das Terminal 1, wo eine kombinierte Transit- und Abschiebungshafteinrichtung existiert. Die Bundespolizei soll das neue Terminal ab Ende 2028 betreiben.
Kritik und Befürchtungen
Kritiker, darunter der Bayerische und der Münchner Flüchtlingsrat, warnen davor, dass München durch das neue Terminal zu einer bundes- und möglicherweise EU-weiten Abschiebe-Drehscheibe werden könnte. Die Stadt München ist als Gesellschafterin der Flughafen München GmbH, neben dem Freistaat Bayern und dem Bund, direkt in die Planungen involviert. Der Aufsichtsrat des Flughafens wird sich in Kürze mit dem Projekt des Abschiebeterminals befassen.
Die Protestierenden betonten ihre Ablehnung gegen die Ausweitung der Abschiebepraxis und forderten ein Umdenken in der Asylpolitik. Die Demonstration unterstrich die wachsende öffentliche Besorgnis über die geplanten Maßnahmen und deren potenzielle Auswirkungen auf die Stadt und die Region.



