22 Jahre unschuldig im Gefängnis: Frau in Texas nach Tod von Baby freigesprochen
Ein schwerwiegender Justizirrtum hat sich nach mehr als zwei Jahrzehnten aufgeklärt. Carmen Mejía, eine heute 52-jährige Frau aus Honduras, wurde nach 22 Jahren Haft in Texas freigesprochen. Sie war fälschlicherweise wegen der Tötung eines zehn Monate alten Jungen verurteilt worden, den sie als Babysitterin betreute.
Ein Leben zerstört durch fehlerhafte Beweise
Der Fall geht auf das Jahr 2003 zurück, als das Baby aufgrund schwerer Verbrennungen im Krankenhaus starb. Damals sagten ein Arzt und ein Experte aus, die Verletzungen seien absichtlich zugefügt worden. Aufgrund dieser fehlerhaften Zeugenaussagen und unvollständiger Beweise wurde Mejía schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Die Konsequenzen waren verheerend: Mit dem Schuldspruch verlor sie das Sorgerecht für ihre vier eigenen Kinder, die zur Adoption freigegeben wurden. Zudem wurde ihre Abschiebung in ihr Heimatland Honduras angeordnet.
Die Wahrheit kommt ans Licht
Erst im Januar dieses Jahres erklärte die Justiz Mejía für unschuldig. Ihre Anwältin, Vanessa Potkin von der Organisation Innocence Project, konnte beweisen, dass es sich bei dem Vorfall um einen tragischen Haushaltsunfall handelte. Das Wasser im Bad des Kindes habe sich innerhalb von Sekunden auf über 60 Grad erhitzt, verursacht durch einen defekten Wasserboiler.
„Obwohl wir uns sehr darüber freuen, dass das Gericht die Unschuld von Frau Mejía festgestellt hat, hätte es nie zu so einer gravierenden Ungerechtigkeit kommen dürfen“, sagte Potkin nach dem Freispruch.
Ein neues Leben in Freiheit
Nach ihrer Freilassung äußerte sich Carmen Mejía emotional vor Journalisten: „Ich habe geglaubt, dass ich im Gefängnis sterben müsse.“ Nun kann sie vorerst in den USA bleiben, da die Behörden die Abschiebung aufgehoben haben. US-Medien berichten, dass dies bis zum Ablauf ihres vorübergehenden Schutzstatus gelte.
Der Fall unterstreicht die Anfälligkeit des Justizsystems für Fehler und die langfristigen Folgen solcher Irrtümer. Während Mejía nun ihre Freiheit wiedererlangt hat, bleiben die verlorenen Jahre mit ihrer Familie unwiederbringlich.



