Schwerer Unfall in Waren führt zu Mordanklage
Knapp vierzehn Monate nach einem folgenschweren Verkehrsunfall in Waren an der Müritz, bei dem eine Autofahrerin lebensgefährlich verletzt wurde, hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den damals 27-jährigen Unfallverursacher erhoben. Der Autofahrer muss sich wegen versuchten Mordes vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht Neubrandenburg verantworten, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Nordkurier mitteilte. Sie betonte, der Mann habe "heimtückisch und mit gefährlichen Mitteln" gehandelt.
Frontalzusammenstoß mit schwerwiegenden Folgen
Der Beschuldigte soll am 23. Januar 2025 in einem Gewerbegebiet im Osten von Waren auf fast gerader Strecke absichtlich zu weit nach links gefahren sein und frontal mit dem Auto seiner 44-jährigen Ex-Partnerin kollidiert sein. Die Frau konnte nicht mehr ausweichen und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie über mehrere Monate im Koma lag. Nach Informationen des Nordkuriers leidet sie noch immer an den schweren Unfallfolgen, kann kaum sprechen und hat keine Erinnerungen an den Zusammenstoß.
Der inzwischen 28-jährige Tatverdächtige wurde bei dem Unfall ebenfalls eingeklemmt und schwer verletzt, soll aber mittlerweile genesen sein. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass er den Unfall aufgrund eines Beziehungsstreits mit der Frau provoziert hat. Der ursprünglich aus dem Kosovo stammende Mann war nach dem Vorfall aus Mecklenburg-Vorpommern weggezogen.
Festnahme und Untersuchungshaft
Nachdem sich die Indizien gegen ihn verdichtet hatten, wurde der Beschuldigte im zweiten Halbjahr 2025 in der Region Freiburg festgenommen und nach Mecklenburg-Vorpommern überstellt. Wegen Fluchtgefahr wurde er in Untersuchungshaft genommen und wartet seitdem hinter Gittern auf seinen Prozess. Zu den Anklagepunkten – neben versuchtem Mord werden ihm tateinheitlich gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen – hat sich der Mann bisher nicht geäußert.
Umfangreiche Ermittlungen und Gutachten
Mehrere Gutachter untersuchten im Auftrag der Justiz, warum das Fahrzeug des Autofahrers zum Unfallzeitpunkt auf die Gegenfahrbahn geraten war. Aus diesen Gutachten und der Auswertung von Handydaten resultierte schließlich der Haftbefehl. Die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenstraße im Gewerbegebiet Waren Ost war nach dem Unfall mehrere Stunden gesperrt, um die Bergungs- und Beräumungsarbeiten durchzuführen. Den Einsatzkräften bot sich ein schlimmes Trümmerfeld, der Sachschaden wurde auf etwa 30.000 Euro geschätzt.
Die Polizei berichtete damals, dass in beiden Fahrzeugen sämtliche Airbags ausgelöst worden waren, was auf starke Bremskräfte schließen ließ. Der verletzte Autofahrer wurde mit dem Rettungswagen, seine Ex-Partnerin mit dem im Luftrettungszentrum Neustrelitz stationierten Rettungshubschrauber "Christoph 48" ins Krankenhaus gebracht. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Unfallstelle zu sichern und die Verletzten zu bergen.



