Bundesgerichtshof bestätigt Haftstrafe nach tödlichem Angriff auf Wachmann
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Revision einer angeklagten Frau verworfen und damit die Haftstrafe des Potsdamer Landgerichts von zwölf Jahren und acht Monaten rechtskräftig bestätigt. Die Frau war wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden, nachdem sie im Mai 2024 einen syrischen Wachmann in einer Flüchtlingsunterkunft in Potsdam getötet hatte.
Urteil des Landgerichts wird bestätigt
Die Richter des BGH entschieden, dass die Überprüfung des Falls keinen durchgreifenden Rechtsfehler ergeben habe. „Das Urteil des Landgerichts Potsdam ist damit rechtskräftig“, teilte der BGH am Mittwoch mit. Der Beschluss war bereits am 22. Januar gefallen, unter dem Aktenzeichen 6 StR 473/25. Die Angeklagte, die die südafrikanische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte gegen das Urteil Revision eingelegt, doch ihre Verteidigung blieb erfolglos.
Tatablauf und Motiv im Fokus
Das Landgericht hatte im April 2025 festgestellt, dass die Frau den 33-jährigen Wachmann mit zwei Messerstichen in die Brust tötete. Der Vorfall ereignete sich nach einem Streit in der Unterkunft, und der Mann erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Haftstrafe beantragt, während die Verteidigung auf Freispruch plädierte.
Das Motiv der Tat warf während des Prozesses Fragen auf. Nach Angaben des Gerichts wollte die Frau mit der Gewalttat ein erneutes Hausverbot in einer Unterkunft verhindern, nachdem sie aus mehreren Einrichtungen in Potsdam verwiesen worden war. Sie galt als verhaltensauffällig, hatte Mitmenschen beleidigt und bespuckt und war auch in körperliche Auseinandersetzungen mit anderen Bewohnern verwickelt.
Rechtliche und gesellschaftliche Implikationen
Dieser Fall unterstreicht die ernsten Konsequenzen von Gewalt in Gemeinschaftseinrichtungen und die Rolle der Justiz bei der Aufrechterhaltung der Rechtsstaatlichkeit. Die Bestätigung der Haftstrafe durch den Bundesgerichtshof sendet ein klares Signal zur Ahndung solcher Straftaten und betont die Bedeutung einer gründlichen rechtlichen Überprüfung in schwerwiegenden Fällen.
Die Entscheidung des BGH markiert das Ende eines langwierigen Gerichtsverfahrens und bringt Klarheit für alle Beteiligten, einschließlich der Angehörigen des Opfers. Sie dient auch als Mahnmal für die Notwendigkeit von Konfliktlösungsmechanismen in sensiblen Umgebungen wie Flüchtlingsunterkünften.



