Moskauer Prozess: Lebenslange Haft für Crocus-City-Hall-Terroristen
Lebenslange Haft für Moskauer Konzerthallen-Attentäter

Moskauer Gericht verhängt lebenslange Haftstrafen für Crocus-City-Hall-Attentäter

Zwei Jahre nach dem verheerenden Terroranschlag auf die Crocus City Hall bei Moskau mit mehr als 140 Toten hat ein russisches Gericht die vier Haupttäter zu lebenslanger Haft verurteilt. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete direkt aus dem Gerichtssaal über die Urteilsverkündigung, die unter großer öffentlicher Anteilnahme stattfand.

Harte Strafen für Täter und Helfer

Neben den vier direkten Angreifern wurden elf weitere Angeklagte, die von den russischen Sicherheitsbehörden als Helfershelfer eingestuft wurden, ebenfalls zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen vier weitere Männer verhängte das Gericht Haftstrafen zwischen 19 und 22 Jahren. Insgesamt müssen sich 19 Personen für ihre Beteiligung an dem Anschlag verantworten.

Während der Urteilsverkündigung saßen mehrere Angeklagte in einem Glaskäfig im Gerichtssaal und blickten zu Boden, als der Richter die Strafmaße bekannt gab. Angehörige der Opfer verfolgten die Verhandlung unter großer emotionaler Anspannung.

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Details des verheerenden Anschlags

Die vier Haupttäter hatten am 22. März 2024 ein Rockkonzert in der Crocus City Hall am Stadtrand von Moskau gestürmt, wahllos auf Besucher geschossen und einen Brand verursacht. Nach Angaben des russischen Ermittlungskomitees kamen 149 Menschen bei dem Anschlag ums Leben, eine Person gilt weiterhin als vermisst und 609 Personen wurden verletzt. Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Afghanistan hatte die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Prozess hinter verschlossenen Türen

Der große Prozess hatte Anfang August des vergangenen Jahres begonnen, wobei die Militärgerichtskammer eigens in das Gebäude des Moskauer Stadtgerichts umzog. Trotz des enormen öffentlichen Interesses an dem wohl größten Terroranschlag in Russland seit Jahren und des allgemeinen Entsetzens über die Tat wurde der Prozess hinter verschlossenen Türen geführt.

Festnahme und Vorwürfe der Folter

Die nun verurteilten Haupttäter waren bei der Flucht nahe der russischen Stadt Brjansk an der Grenze zur Ukraine und zu Belarus gefasst worden. Nach ihrer Festnahme wurden sie der Öffentlichkeit vorgeführt und wiesen sichtbare Spuren von Misshandlungen auf.

Die Uno-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Russland äußerte sich in einem Bericht über systematische Folter mit Blick auf diesen Fall kritisch. Sie stellte fest, dass nicht mehr nur heimlich und versteckt in Hinterzimmern gefoltert werde, sondern dass Verdächtige vor Gericht mit eindeutigen Folterspuren vorgeführt würden, ohne dass der zuständige Richter nach ihrem Gesundheitszustand gefragt habe.

Ein besonders bemerkenswerter Aspekt des Prozesses war die Bitte eines der als Komplizen verurteilten Männer, der Tass zufolge darum bat, zum Kämpfen in die Ukraine geschickt zu werden, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.

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