Mordprozess um Fabian (8) startet mit Schweigen der Angeklagten
Mordprozess um Fabian (8): Angeklagte schweigt

Der erste Prozesstag im Mordfall des achtjährigen Fabian endete bereits nach 20 Minuten. Die Angeklagte Gina H. äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Ihr Anwalt Andreas Ohm erklärte am Dienstagvormittag im Landgericht Rostock: „Wir werden keine Angaben zur Sache machen.“ Die 30-Jährige, die in einem schwarz-weißen Oberteil mit sichtbaren Tätowierungen erschien, hörte der Anklage regungslos zu.

Anklage wirft Mord aus niederen Beweggründen vor

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die ehemalige Freundin von Fabians Vater, den Jungen am 10. Oktober 2025 getötet zu haben. Die Tat soll aus niederen Beweggründen und Heimtücke geschehen sein. Der Junge wurde mit mehreren Messerstichen an einem Wasserloch bei Klein Upahl, genannt „Schweinekuhle“, ermordet. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Hintergründe der Tat

Laut Anklage holte die Beschuldigte Fabian unter einem Vorwand von der Wohnung seiner Mutter in Güstrow ab, als er allein zu Hause war. Die Beziehung zwischen ihr und dem Vater des Jungen hatte im August 2025 geendet. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Vater und Angeklagter wollte Fabian nicht mehr zu ihm. Die Versuche der Frau, die Beziehung wiederherzustellen, waren gescheitert. Eine Chatnachricht vom 9. Oktober, in der der Vater klarstellte, dass er die Beziehung nicht wieder aufleben lassen wolle, soll das Motiv gewesen sein.

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Grausige Details der Tat

Am Tattag schaltete die Angeklagte ihr Handy ab, fuhr mit Fabian zu dem abgelegenen Wasserloch und stach sechsmal mit einem Messer auf ihn ein. Zwei Stiche trafen das Herz. Nach dem Tod des Jungen traf sie sich mit einem Bekannten und entschloss sich später, die Leiche mit Grillanzünder und Brandbeschleuniger zu verbrennen. Die Leiche wurde vier Tage später entdeckt. Die Angeklagte gab vor, sie zufällig gefunden zu haben. Im November 2025 wurde sie verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Prozessverlauf und Reaktionen

Etwa 80 Zuschauer verfolgten die Verhandlung. Viele verließen den Saal schweigend und ratlos. Eine Besucherin äußerte: „Ist sie unschuldig? Dann hätte sie ja was sagen können.“ Fabians Mutter, die als Nebenklägerin auftritt, hörte die Anklage mit aufrechter Haltung an. Sie soll am kommenden Donnerstag als Zeugin aussagen. Richter Holger Schütt appellierte an die Anwesenden, die Angeklagte nicht vorzuverurteilen. Die nächsten Verhandlungstage sind bis Anfang Juli geplant.

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