Prozess gegen Marius Borg Høiby: Krankheit des Richters führt zu Verzögerung
In Oslo herrscht heute Stillstand im aufsehenerregenden Prozess gegen Marius Borg Høiby. Der 27. Verhandlungstag musste kurzfristig abgesagt werden, weil der vorsitzende Richter Jon Sverdrup Efjestad erkrankt ist. Das Gericht in der norwegischen Hauptstadt bestätigte diesen unerwarteten Ausfall, der den Prozessablauf erheblich beeinträchtigt.
Wichtiges Strafmaß-Plädoyer verschoben
Eigentlich hätte an diesem Dienstag ein entscheidender Schritt im Verfahren stattfinden sollen. Staatsanwalt Sturla Henriksbø wollte darlegen, welches Strafmaß die Anklage für den 29-jährigen Angeklagten fordert. Marius Borg Høiby, Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, muss sich seit Anfang Februar vor einem Schöffengericht in Oslo verantworten. Die Anklage umfasst insgesamt 38 Punkte, darunter vier Vorwürfe der Vergewaltigung sowie weitere Delikte wie Körperverletzung und Drogenvergehen.
Statt des geplanten Plädoyers wird das Verfahren nun unterbrochen. Nach aktuellen Angaben des Gerichts soll der Prozess voraussichtlich am Mittwoch fortgesetzt werden. Das Ziel bleibt, die Hauptverhandlung wie geplant noch in dieser Woche abzuschließen. Für Marius Borg Høiby bedeutet dies, dass er heute nicht vor Gericht erscheinen muss.
Beweisaufnahme abgeschlossen, Plädoyers folgen
Der Prozess, der Anfang Februar begann, befindet sich in seiner entscheidenden Phase. Die Beweisaufnahme ist bereits abgeschlossen, nun stehen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an. Die Anklage stützt sich auf ein umfangreiches Beweismaterial, darunter Videos, Textnachrichten, Zeugenaussagen, Expertenmeinungen und technische Daten von Mobiltelefonen.
Am Montag zeichnete Staatsanwalt Sturla Henriksbø vor Gericht ein deutliches Bild der Vorwürfe. „Wir haben hier einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will. Und der nicht unbedingt darauf bedacht ist, bei einer Party bei dem Mädchen, das auf seinem Schoß sitzt, nachzufragen, ob es ihr recht ist, dass er sie berührt“, so der Staatsanwalt in seiner Darstellung. Marius Borg Høiby drohen nach aktuellen Einschätzungen bis zu 16 Jahre Haft.
Die Verzögerung durch die Krankheit des Richters wirft nun Fragen nach dem weiteren Zeitplan auf. Alle Beteiligten hoffen auf eine rasche Genesung, um den Prozess zügig zu Ende führen zu können. Die norwegische Öffentlichkeit verfolgt den Fall mit großer Aufmerksamkeit, nicht zuletzt wegen der prominenten Familienverbindungen des Angeklagten.



