Prozess in München: JVA-Mitarbeiter sollen auf nackte Gefangene eingetreten sein
Prozess: JVA-Mitarbeiter sollen auf nackte Gefangene treten

Prozess in München: JVA-Mitarbeiter sollen auf nackte Gefangene eingetreten sein

Am Amtsgericht München hat am Dienstag ein aufsehenerregender Prozess gegen zwei Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) München begonnen. Die beiden Männer sind wegen mutmaßlicher Misshandlung einer Gefangenen angeklagt, nachdem sie laut Anklage in der Frauenabteilung des Gefängnisses auf eine nackte Frau eingeschlagen und eingetreten haben sollen.

Details der mutmaßlichen Gewalttat

Laut der Staatsanwaltschaft befand sich die betroffene Frau unbekleidet in einem sogenannten besonders gesicherten Haftraum (bgh). Obwohl sie sich ruhig verhalten habe, sollen die beiden Angeklagten auf sie losgegangen sein. Einer der Beamten soll der Frau mit seinem Stiefel in den Intimbereich und in den Bauch getreten haben. Zudem sei ihr das Knie in die Rippen gerammt worden. Nach dem Vorfall wurde die Gefangene angezogen und in eine andere Haftanstalt verlegt. Ermittler gehen von Zeugen aus, die den Übergriff beobachtet haben könnten.

Anklage und Verfahrensablauf

Die beiden Gefängnismitarbeiter stehen wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung im Amt vor Gericht. Das Amtsgericht hat drei Verhandlungstage angesetzt, wobei ein Urteil bereits am 17. März fallen könnte. Die Anklage wirft den Männern vor, ihre Amtspflichten grob verletzt und Gewalt gegen eine wehrlose Insassin angewendet zu haben.

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Parallelen zum Augsburger Justizskandal

Dieser Fall ist nicht der erste seiner Art in Bayern. Rund anderthalb Jahre nach dem Bekanntwerden von Misshandlungsvorwürfen in der JVA Augsburg-Gablingen beschäftigt nun ein ähnlicher Vorfall die Justiz. In Augsburg wurden drei ehemalige Justizbeamte – darunter die frühere Gefängnisleiterin und ihre Stellvertreterin – angeklagt. Ihnen werden Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung im Amt in insgesamt 131 Fällen vorgeworfen, von denen 102 Häftlinge betroffen gewesen sein sollen. Auch dort standen besonders gesicherte Hafträume im Fokus der Ermittlungen.

Die Verteidiger der Angeklagten im Augsburger Fall wiesen die Vorwürfe wiederholt zurück, während die Ermittlungen von Januar 2023 bis Oktober 2024 andauerten. Die aktuellen Ereignisse in München werfen erneut Fragen nach den Kontrollmechanismen und der Aufsicht in bayerischen Justizvollzugsanstalten auf, insbesondere im Umgang mit vulnerablen Gefangenen in Hochsicherheitsbereichen.

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