Prozessauftakt im Fall Fabian: Angeklagte bestreitet Mord
Prozessauftakt im Fall Fabian: Angeklagte bestreitet Mord

Prozessauftakt im Fall Fabian: Angeklagte bestreitet Mord

Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Vor dem Landgericht Rostock hat am Dienstag der Prozess gegen eine 30-jährige Frau begonnen, die des heimtückischen Mordes an ihrem achtjährigen Ex-Stiefsohn Fabian angeklagt ist. Die Angeklagte, Gina H., erschien am Morgen mit einer Mappe vor dem Gesicht im Gerichtssaal und nahm auf der Anklagebank Platz. Die Mutter des getöteten Jungen, Dorina L., ist als Nebenklägerin anwesend und wird von ihrer Anwältin Christine Habetha vertreten.

Polizei sperrt Straße vor Gericht

Die Polizei hatte die Herrmannstraße zwischen August-Bebel- und Augustenstraße direkt vor dem Landgericht Rostock zwischen 7 und 10 Uhr gesperrt. Eine Gerichtssprecherin erklärte, dass die Sperrung „aufgrund des großen öffentlichen Interesses“ ein Verkehrschaos verhindern solle. Zudem solle so gewährleistet werden, dass die Angeklagte, die aus der JVA Bützow herübergefahren wird, problemlos zum Prozess kommen könne.

Über 60 Zeugen geladen

Der Mordprozess ist umfangreich: 17 Verhandlungstage sind bis zum 2. Juli angesetzt, mehr als 60 Zeugen sollen gehört werden, zudem liegen Gutachten und unzählige Indizien vor. Am ersten Prozesstag soll die Anklage verlesen werden. Der Vorwurf lautet: heimtückischer Mord. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt und an einem Teich mit mindestens sechs Messerstichen getötet zu haben. Die Leiche wurde vier Tage später an einem abgelegenen Tümpel gefunden – erstochen und verbrannt.

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Großes öffentliches Interesse

Der Fall Fabian hatte deutschlandweit große Bestürzung ausgelöst. Zahlreiche Zuschauer standen bereits vor dem Gerichtsgebäude Schlange, um einen Platz im 156 Sitzplätze fassenden Saal zu ergattern. Die Angeklagte war mehr als vier Jahre mit Fabians Vater zusammen, zwei Monate vor der Tat hatte er sich von ihr getrennt. Die Ermittler halten die ehemalige Stiefmutter für die Täterin. Der Prozess soll klären, wie es zu der Tat kommen konnte und welches Motiv dahintersteckt.

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