Strafprozess gegen Marius Borg Høiby: Staatsanwaltschaft fordert heute Haftstrafe
Oslo (Norwegen) – Nach einem krankheitsbedingten Ausfall am Dienstag findet heute der 27. Verhandlungstag im Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (29) statt. Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) muss sich unter anderem wegen Vergewaltigung in vier Fällen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wird heute ihre konkrete Strafforderung bekanntgeben.
Richter wieder fit – Prozess verläuft planmäßig
Der vorsitzende Richter Jon Sverdrup Efjestad (46), der am Dienstag erkrankt war, ist heute wieder einsatzfähig. Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass das Ziel bleibt, die Hauptverhandlung wie geplant am Donnerstag abzuschließen. Ursprünglich sollte heute auch die Verteidigung mit ihrem Schlussplädoyer beginnen.
Umfassende Anklage mit 38 Punkten
Die Anklage gegen Marius Borg Høiby umfasst insgesamt 38 Punkte. Beim Prozessauftakt am 3. Februar bekannte sich der Angeklagte in sechs Punkten schuldig, in sieben Fällen plädierte er auf nicht schuldig und in vier Fällen bekannte er sich teilweise schuldig. In zwei Fällen waren seine Äußerungen nicht eindeutig, da er teils mit „Ja“ und teils mit „Nein“ antwortete.
Staatsanwaltschaft zeichnet deutliches Bild der Vorwürfe
Am Montag hatte Staatsanwalt Sturla Henriksbø (46) in seinem Plädoyer ein umfassendes Bild der Vorwürfe gezeichnet. „Wir haben hier einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will“, sagte Henriksbø und fügte hinzu: „Und der nicht unbedingt darauf bedacht ist, bei einer Party bei dem Mädchen, das auf seinem Schoß sitzt, nachzufragen, ob es ihr recht ist, dass er sie berührt.“
Marius Borg Høiby drohen bis zu 16 Jahre Haft. Die heutige Ankündigung der Staatsanwaltschaft wird zeigen, welche konkrete Strafe sie für angemessen hält. Der Prozess wird intensiv verfolgt, auch internationale Medien sind vor Ort in Oslo.



