Terrorprozess in Düsseldorf: IS-Kämpfer attackierte fünf Fußball-Fans mit Messer
Am Oberlandesgericht Düsseldorf hat ein aufsehenerregender Terrorprozess begonnen. Der syrische Angeklagte Mahmoud M. (35) muss sich wegen eines brutalen Messerangriffs auf fünf feiernde Fußball-Fans in Bielefeld verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vierfachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Mitgliedschaft in der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vor.
Ausgelassene Feier endet in blutigem Terrorakt
Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 18. Mai 2025 vor der Bar „Cutie“ in Bielefeld. Eine Gruppe von Fußball-Fans feierte gerade den Aufstieg von Arminia Bielefeld in die 2. Fußball-Bundesliga, als Mahmoud M. sich von hinten an die Gruppe anschlich. Ohne Vorwarnung stach er mit einem Messer und einem Stockdegen auf die Feiernden ein. Laut Anklage soll er dabei mehrfach „Allahu Akbar“ gerufen haben.
Fünf Menschen – vier Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren und eine 26-jährige Frau – wurden bei dem Angriff teilweise lebensgefährlich verletzt. „Es war reines Glück, dass es keine Toten gegeben hat“, betonte Rechtsanwältin Stefanie Höke, die drei der Geschädigten vertritt. Alle Opfer überlebten, sind aber bis heute schwer gezeichnet.
Opfer leiden noch immer unter den Folgen
Die psychischen und physischen Folgen des Angriffs sind gravierend. „Alle sind bis heute arbeitsunfähig, trauen sich teilweise bis heute nicht, alleine nach draußen“, schilderte Anwältin Höke die Situation ihrer Mandanten. Die Opfer sind im Prozess als Zeugen geladen und müssen nun erneut mit den traumatischen Ereignissen konfrontiert werden.
Geplanter Terroranschlag im Namen des IS
Die Bundesanwaltschaft wertet die Tat als islamistisch motivierten Terroranschlag. Mahmoud M. soll das Lokal vor dem Angriff ausgekundschaftet haben. Als Beweise dienen sein Geständnis, die Auswertung seines Handys sowie die Kommunikation über ein für die Terrororganisation bestimmtes Bekennervideo. Die Botschaft sollte später durch den IS veröffentlicht werden.
Der Generalbundesanwalt wirft dem Angeklagten vor, sich bereits im Mai 2015 in Syrien dem „Islamischen Staat“ angeschlossen zu haben. Bis November 2016 sei er im Raum Raqqa als Kämpfer eingesetzt worden und habe Aufgaben als Wach- und Grenzposten sowie in der IS-Immobilienverwaltung übernommen.
Angeklagter wollte möglichst viele Menschen töten
Nach seiner Einreise nach Deutschland im Sommer 2023 sei Mahmoud M. dem IS weiter verbunden geblieben. Sein Asylantrag wurde zwar abgelehnt, doch ihm wurde subsidiärer Schutz zuerkannt, da ihm in Syrien Verfolgung, Folter oder gar der Tod drohen. Im Mai 2025 habe er sich dann entschlossen, im Namen des „Heiligen Krieges“ möglichst viele, willkürlich ausgewählte Menschen in Deutschland zu töten.
Nach dem Messerangriff flüchtete der Syrer, konnte aber in einer Hochhaussiedlung gestellt werden. In seinem am Tatort zurückgelassenen Rucksack fanden die Ermittler weitere Messer mit bis zu 18 Zentimeter langen Klingen und eine brennbare Flüssigkeit.
Verteidigung betont Reue des Angeklagten
Dem Angeklagten drohen bei einer Verurteilung lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung. Sein Verteidiger Dr. Lutz Klose betonte jedoch: „Es sind keine Menschen gestorben, es blieb bei versuchter Tötung. Auch wenn es sein Ziel war, zu töten. Außerdem bereut er die Tat und ist beeindruckt von der Einzelhaft.“
Ein psychiatrischer Gutachter unterstützt diese Aussage. Ihm gegenüber habe Mahmoud M. erklärt, der Anschlag sollte Rache an der ganzen Welt sein: „Er sah in den Opfern Ungläubige, die man töten dürfe. Heute bereut er das aber, er wäre jetzt isoliert und alle wüssten, was er getan hätte.“
Prozess im Hochsicherheitsgebäude
Der Prozess findet im Hochsicherheitsgebäude des Düsseldorfer Oberlandesgerichts statt. Das Gericht hat bis Anfang Juni 21 Verhandlungstage angesetzt. Mahmoud M. schwieg zum Prozessbeginn, während die schweren Vorwürfe gegen ihn verlesen wurden.
Die Aufarbeitung dieses brutalen Terrorakts wird die Justiz noch über Wochen beschäftigen. Für die Opfer und ihre Angehörigen bedeutet der Prozess eine erneute Konfrontation mit den schrecklichen Ereignissen, deren Folgen sie noch lange begleiten werden.



