Vater in Georgia wegen Mordes verurteilt: Eltern haften für Amoklauf ihres Sohnes
Vater in USA wegen Mordes nach Amoklauf seines Sohnes verurteilt

Historisches Urteil in den USA: Vater für Amoklauf seines Sohnes schuldig gesprochen

Im Bundesstaat Georgia ist ein historisches Urteil gefällt worden: Ein Vater wurde wegen Mordes für die tödlichen Schüsse seines minderjährigen Sohnes an einer Highschool verantwortlich gemacht. Es handelt sich um das erste Urteil dieser Art in den Vereinigten Staaten, bei dem ein Elternteil eines minderjährigen Schulschützen wegen Mordes zweiten Grades verurteilt wurde.

29 Anklagepunkte und bis zu 180 Jahre Haft

Die Jury des Gerichts im Barrow County sprach den 55-jährigen Vater in allen 29 Anklagepunkten schuldig. Die Strafe summiert sich nach US-Medienberichten auf bis zu 180 Jahre Haft, wobei das konkrete Strafmaß noch festgelegt werden muss. Eine lebenslange Haftstrafe gilt jedoch als wahrscheinlich.

Laut der Washington Post wurde damit erstmals in der US-Rechtsgeschichte ein Elternteil eines minderjährigen Schulschützen wegen Mordes zweiten Grades verurteilt. Dieser Tatbestand erfordert den Nachweis, dass ein Tod durch rücksichtsloses und böswilliges Verhalten sowie die Missachtung menschlichen Lebens verursacht wurde.

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Sturmgewehr als Weihnachtsgeschenk und ignorierte Warnsignale

Der Vater wurde zur Last gelegt, dass er seinem Sohn den Besitz der Tatwaffe erlaubt hatte, obwohl er wusste, dass dieser eine Gefahr für sich und andere darstellte. Die Anklage argumentierte, der Vater habe die von ihm angeschaffte Waffe nicht sicher verwahrt und eindeutige Anzeichen für die sich verschlechternde mentale Gesundheit seines Sohnes ignoriert.

Ermittlungen zufolge hatte der Vater dem damals 14-jährigen Sohn ein Sturmgewehr zu Weihnachten geschenkt. Vor der Tat gab es im Internet Drohungen und Fotos von Waffen, die auf einen möglichen Angriff hindeuteten. Im September 2024 eröffnete der Jugendliche an seiner Schule in Winder, Georgia, das Feuer und tötete zwei gleichaltrige Schüler sowie zwei Lehrkräfte. Ein Schulpolizist konnte den Schützen stellen.

Präzedenzfall und laufende Prozesse

Der Fall könnte einen Präzedenzfall in der US-Rechtsprechung darstellen. Bereits im April 2024 waren in Michigan Vater und Mutter eines Teenagers, der vier Schüler getötet hatte, wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Sie erhielten Haftstrafen von jeweils 10 bis 15 Jahren. Im aktuellen Fall in Georgia geht die Justiz jedoch mit der Mordanklage deutlich weiter.

Dem jugendlichen Schützen selbst steht ebenfalls lebenslange Haft in Aussicht, der Vorwurf lautet auf vierfachen Mord. Sein Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Dieses Urteil unterstreicht die wachsende Diskussion über die Verantwortung von Eltern bei Schusswaffengewalt durch Minderjährige in den USA.

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