US-Justizministerium veröffentlicht weitere Epstein-Akten mit Vorwürfen gegen Trump
Das US-Justizministerium hat inzwischen tausende zusätzliche Dokumente im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. In den neu zugänglich gemachten Unterlagen finden sich auch schwere Vorwürfe gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein bestreitet.
Nachgereichte Dokumente nach fehlerhafter Codierung
Am Donnerstag teilte das Ministerium auf der Plattform X mit, dass zusätzliche Ermittlungsdokumente zu den Untersuchungen gegen Jeffrey Epstein nun online gestellt worden seien. Die Behörde erklärte, diese Unterlagen seien bei einer früheren Durchsicht fälschlicherweise als doppelt codiert worden und deshalb nicht bereits mit anderen Ermittlungsdokumenten veröffentlicht worden. Bereits vor einigen Tagen hatte das Justizministerium angekündigt zu prüfen, ob möglicherweise irrtümlich Unterlagen zurückgehalten worden waren.
Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass die bislang veröffentlichten Unterlagen nicht vollständig seien. Insbesondere würden Protokolle zu Befragungen aus dem Jahr 2019 fehlen, in denen es um Aussagen einer Frau ging, die auch schwere Anschuldigungen gegen Donald Trump erhoben hatte.
Trump weist Vorwürfe entschieden zurück
Präsident Trump bestreitet die Vorwürfe im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein seit jeher und weist jegliches Fehlverhalten zurück. Bereits im Januar hatte das Justizministerium erklärt, einige der Dokumente enthielten unwahre und aufsehenerregende Behauptungen gegen Präsident Trump. Diese seien kurz vor der Präsidentschaftswahl 2020 beim FBI eingereicht worden.
Die Beziehung zwischen Trump und Epstein reicht Jahre zurück. Beide waren jahrelang befreundet, wie historische Fotos belegen. Jeffrey Epstein war im Juli 2019 wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger festgenommen worden und starb im August 2019 unter umstrittenen Umständen in Untersuchungshaft.
Detailierte Vorwürfe einer Zeugin
Ein Teil der jetzt veröffentlichten Dokumente betrifft eine Frau, die sich kurz nach Epsteins Festnahme 2019 beim FBI gemeldet hatte. Sie gab an:
- Ein Mann namens Jeff habe sie in den 1980er-Jahren vergewaltigt, als sie etwa 13 Jahre alt war
- Erst Jahrzehnte später vermutete sie, dass es sich um Epstein handeln könnte
- Epstein habe sie geschlagen und sexuelle Begegnungen mit anderen Männern arrangiert
- Sie sei nach New Jersey oder New York geflogen worden
- Sie behauptete zudem, Donald Trump dort gebissen zu haben, als dieser versucht habe, sie sexuell zu missbrauchen
Die Ermittler sprachen zweimal mit der Frau und baten um weitere Details zu den geschilderten Begegnungen mit Trump. Laut den Unterlagen verweigerte sie jedoch weitere Antworten und brach den Kontakt ab. Unklar blieb auch, ob es sich bei Jeff tatsächlich um Jeffrey Epstein handelte und ob sich Trump und Epstein zu dem beschriebenen Zeitpunkt bereits kannten.
Ungesicherte Hinweise und politische Implikationen
Der Bericht der Frau ist einer von mehreren Hinweisen, die Ermittler in den Monaten und Jahren nach Epsteins Festnahme erhielten. Es handelt sich dabei um eine Reihe ungeprüfter Meldungen über mögliches Fehlverhalten Trumps und anderer prominenter Persönlichkeiten.
Die Veröffentlichung der zusätzlichen Epstein-Akten erfolgt in einer politisch sensiblen Zeit und wirft erneut Fragen zur Transparenz von Ermittlungsverfahren auf. Während Befürworter eine vollständige Aufklärung fordern, weisen Kritiker auf die ungeprüften und teilweise widersprüchlichen Aussagen in den Dokumenten hin.
Die Debatte um die Epstein-Akten und die darin enthaltenen Vorwürfe gegen hochrangige Persönlichkeiten dürfte auch in den kommenden Wochen die politische Diskussion in den Vereinigten Staaten prägen.



