Münchner Oberbürgermeisterwahl 2026: Dreizehn Kandidaten im Rennen um das Rathaus
13 Kandidaten für Münchner OB-Wahl 2026 im Porträt

Münchner Oberbürgermeisterwahl 2026: Dreizehn Kandidaten im Rennen um das Rathaus

Am 8. März 2026 wird in der bayerischen Landeshauptstadt München ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Parallel zu den bayernweiten Kommunalwahlen entscheiden Hunderttausende Wahlberechtigte nicht nur über die Zusammensetzung des Stadtrats und der Bezirksausschüsse, sondern vor allem über die Besetzung des höchsten politischen Amtes der Stadt. Insgesamt treten zwölf männliche Kandidaten und eine Kandidatin aus verschiedenen Parteien und Wählergruppen an, die um die Gunst der Münchner Bürgerinnen und Bürger werben.

Die dreizehn Bewerber im detaillierten Überblick

Dieter Reiter (SPD): Der amtierende Oberbürgermeister stellt sich nach 2014 und 2020 zum dritten Mal zur Wahl. Der 67-jährige Verwaltungswirt, der seit über vier Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen für die Stadt tätig ist, musste sich bei seinen bisherigen Erfolgen jeweils in einer Stichwahl durchsetzen – 2014 gegen Josef Schmid (CSU) und 2020 gegen Kristina Frank (CSU).

Dominik Krause (Grüne): Mit 35 Jahren ist der gebürtige Münchner der jüngste Kandidat unter den etablierten Parteien. Seit 2014 im Stadtrat vertreten, wurde er 2023 zum Zweiten Bürgermeister ernannt und folgte damit Katrin Habenschaden nach. Der Physik-Absolvent der TU München, der offen homosexuell lebt und 2024 seine Verlobung bekannt gab, sorgte überregional mit seiner Kritik am Oktoberfest als „weltweit größter offener Drogenszene“ für Aufsehen.

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Clemens Baumgärtner (CSU): Der 49-jährige Wirtschaftsanwalt und gebürtige Münchner fungiert seit 2019 als Referent für Arbeit und Wirtschaft sowie als Wiesn-Chef. Ihm werden Erfolge wie die Ansiedlung der IAA Mobility in München sowie die Gewinnung von Unternehmen wie Apple zugeschrieben.

Stefan Jagel (Die Linke): Der 1984 in Traunstein geborene Krankenpfleger und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat setzt sich insbesondere für bezahlbares Wohnen, Armutsbekämpfung und Arbeitnehmerrechte ein. Er ist aktuell der einzige Stadtrat mit Hauptschulabschluss.

Markus Walbrunn (AfD): Der 1987 in München geborene Politiker agiert in Doppelfunktion als Stadtrat und Landtagsabgeordneter. Nach der Wahl will er sich auf sein Landtagsmandat konzentrieren und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Bildungs- und Migrationspolitik.

Michael Piazolo (Freie Wähler): Der 66-jährige Jurist und ehemalige Bayerische Kultusminister tritt als bekennender Gegner der dritten Startbahn am Flughafen München auf und will die Stadt nachhaltig und innovativ gestalten.

Jörg Hoffmann (FDP): Der 54-jährige Professor für Unternehmenssteuern kandidiert nach 2020 zum zweiten Mal für das OB-Amt. Seine Schwerpunkte liegen auf Stadtplanung, Wohnungsbau und Bürokratieabbau.

Tobias Ruff (ÖDP): Der seit 1995 parteizugehörige Forstwirt und Fraktionsvorsitzende will Fehlentscheidungen in der Energiepolitik korrigieren und setzt sich für Verkehrswende, Grünflächenerhalt und Umweltschutz ein.

Felix Sproll (Volt): Der 32-jährige Finanzberater und Stadtrat konzentriert sich auf Europapolitik, Digitalisierung und Bürgerbeteiligung, wobei er München als europäische Metropole stärken möchte.

Richard Progl (Bayernpartei): Der 46-jährige Betriebswirt und Geschäftsführer eines Transportunternehmens setzt sich für den Erhalt der Münchner Identität ein und lehnt unkontrolliertes Wachstum ab.

Dirk Höpner (München-Liste): Der Mitgründer der Wählergruppe und Informatiker fokussiert sich auf Bürgerbeteiligung, Stadtplanung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Christiane Pfau (Bündnis Kultur): Die einzige weibliche Kandidatin und Dozentin für Theaterwissenschaft will ihren Fokus auf Kunst, Bildung und Soziales legen und tritt mit dem Ziel an, „nicht zwölf Männern das Feld zu überlassen“.

Philipp Drabinski (Die Partei): Der Kandidat der satirischen Partei punktet mit humorvollen Vorschlägen wie einem Formel-1-Rennen auf dem Altstadtring oder einem ganzjährigen Oktoberfest.

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Ausblick auf den Wahlkampf

Die Oberbürgermeisterwahl in München verspricht ein spannendes und vielschichtiges Rennen zu werden, bei dem etablierte Lokalpolitiker auf neue Gesichter und unkonventionelle Kandidaten treffen. Die Bandbreite der politischen Positionen reicht von klassischer Stadtentwicklung über Umwelt- und Sozialthemen bis hin zu kulturellen und satirischen Ansätzen. Die Wählerinnen und Wähler erwarten intensive Debatten in den kommenden Monaten, bevor am 8. März 2026 die Entscheidung an den Urnen fällt.