Scheidender Bürgermeister zieht persönliche Bilanz nach acht Jahren
Andreas Lange, der parteilose Bürgermeister von Teterow in der Mecklenburgischen Schweiz, steht kurz vor dem Ende seiner achtjährigen Amtszeit. Anfang Juni wird er sein Amt an den frisch gewählten Nachfolger Robert Straßburg (SPD) übergeben. Der 62-jährige Lange hatte Ende vergangenen Jahres seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt, da er sich zu alt fühle, um weitere sieben Jahre mit voller Kraft für die Bergringstadt zu arbeiten.
Verzicht auf Dienstwagen spart Stadtkasse 100.000 Euro
In seiner Abschlussbilanz vor der Stadtvertretung hob Lange zwei persönliche Entscheidungen besonders hervor. Während seiner gesamten Amtszeit verzichtete er bewusst auf einen eigenen Dienstwagen sowie auf die Anerkennung seines privaten Pkw als Dienstfahrzeug. Dies ist in der Region keineswegs selbstverständlich, da Bürgermeister in vergleichbaren Städten wie Malchin oder Stavenhagen ebenfalls auf dieses Privileg verzichten.
Lange rechnete genau vor, dass sein Verzicht der Stadtkasse rund 100.000 Euro erspart hat. Diese Summe umfasst alle Kosten, die normalerweise mit der Bereitstellung und Unterhaltung eines Dienstwagens verbunden gewesen wären.
Großzügigkeit bei Parkplatz und Spenden
Für seinen privaten Pkw nutzte der Bürgermeister einen Stellplatz direkt hinter dem Rathaus, den er selbst als „Bürgermeister-Stellplatz“ bezeichnete. Besonders großherzig zeigte er sich dabei an den Wochenenden, indem er diese Parkfläche kostenfrei für die Bürgerinnen und Bürger freigab. Ob hierfür spezielle Hinweise angebracht wurden, ließ Lange in seinem Bericht offen.
Noch beeindruckender ist seine Spendenbilanz: In den vergangenen Jahren spendete Lange große Teile seiner Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder an gemeinnützige Vereine und Verbände in Teterow. Die Gesamtsumme seiner Zuwendungen beläuft sich auf exakt 23.473 Euro, wie er den Stadtvertretern mitteilte. Diese Spenden kamen ausschließlich dem Ehrenamt in der Bergringstadt zugute.
Persönliches Vermächtnis statt politischer Bilanz
Andreas Lange betonte in seiner Rückschau, dass es ihm weniger um die politischen und städtebaulichen Entwicklungen während seiner Amtszeit ging, sondern vielmehr um sein persönliches Vermächtnis. Seine Entscheidungen zeigen einen Bürgermeister, der Wert auf Sparsamkeit und Gemeinwohl legt.
Mit Robert Straßburg steht bereits der Nachfolger bereit, der Anfang Juni die Amtsgeschäfte übernehmen wird. Die Bilanz von Andreas Lange wird jedoch noch lange in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der eingesparten 100.000 Euro, sondern auch wegen seiner bemerkenswerten Großzügigkeit gegenüber den Bürgern und Vereinen seiner Stadt.



