Bürgermeisterwahl in Nordwestuckermark: Stichwahl zwischen Verwaltungserfahrung und Vernetzung
Bürgermeisterwahl Nordwestuckermark: Entscheidung in Stichwahl

Bürgermeisterwahl in Nordwestuckermark: Stichwahl zwischen Verwaltungserfahrung und Vernetzung

Ein Name wie eine geografische Koordinate: Nordwestuckermark. Nüchtern und funktional, doch er repräsentiert eine besondere politische Landschaft mit 253 Quadratkilometern Fläche und etwa 4.000 Einwohnern, verteilt auf zahlreiche Ortsteile. Wer hier das Bürgermeisteramt anstrebt, bewirbt sich nicht nur um eine Position, sondern übernimmt die anspruchsvolle Aufgabe, eine weitläufige Fläche zu organisieren und zu verwalten.

Ergebnis der ersten Wahlrunde führt zur Stichwahl

Die Wahl am 19. April hat deutlich gemacht, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Mit 844 Stimmen für Susanne Ramm und 674 Stimmen für Ralph Ryl geht die Bürgermeisterwahl am 10. Mai in die entscheidende Stichwahl. Bei insgesamt sechs Kandidaten war dieses Ergebnis zwar erwartbar, stellt jedoch mehr als nur ein rechnerisches Zwischenergebnis dar.

Auffällig war insbesondere die personelle Breite des Kandidatenfeldes. Sechs Bewerber, fast alle mit umfangreicher Verwaltungserfahrung oder kommunalpolitischem Hintergrund, stellten sich zur Wahl. Ralph Ryl betonte am Wahlabend, dass erst die tatsächliche Auswahl eine inhaltliche Auseinandersetzung ermöglicht habe – was zweifellos auch die hohe Wahlbeteiligung von 72,4 Prozent befördert habe.

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Lokal verankerte Kandidaten mit unterschiedlichen Profilen

Das gesamte Kandidatenfeld spiegelt die tiefe lokale Verankerung wider. Kevin Dähn, seit 2024 für die AfD in der Gemeindevertretung, erreichte 503 Stimmen. Der Verwaltungsmitarbeiter Tobias Kersten kam auf 239 Stimmen, während Bört Büttner-Janner, seit 2014 in der Gemeindevertretung und seit 2024 deren Vorsitzender, 195 Stimmen erhielt. Landwirt und Unternehmer Jan Matiaske sammelte 104 Stimmen. Alle Kandidaten kennen die nicht unkomplizierten Strukturen der Gemeinde Nordwestuckermark und trauen sich dennoch zu, diese zu führen.

Susanne Ramm trat als einzige Frau unter den sechs Kandidaten an und konnte sich mit ihrer langjährigen Verwaltungserfahrung und Systemkenntnis in die Stichwahl wählen.

Besondere Herausforderungen der Gemeinde Nordwestuckermark

Nordwestuckermark stellt ein besonderes Gefüge aus 38 Dörfern dar, die seit 2001 zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden. Die lokalen Identitäten sind dabei erhalten geblieben. Politisch bedeutet dies, dass der Bürgermeister als Verwaltungschef stärker als andernorts als Moderator zwischen unterschiedlichen Interessen agieren muss. Die Wege sind lang, die Prioritäten oft verschieden, und begrenzte finanzielle Spielräume engen die Gestaltungsmöglichkeiten zusätzlich ein.

Zwei unterschiedliche Ansätze für die Zukunft der Gemeinde

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Stichwahl am 10. Mai besondere Bedeutung. Susanne Ramm steht für langjährige Verwaltungserfahrung und tiefgehende Systemkenntnis, während Ralph Ryl für Vernetzung und gemeinschaftliche Entwicklung eintritt. Zwei unterschiedliche Ansätze, mit denen beide Kandidaten auf ihre Weise Antworten auf die Herausforderungen der Gemeinde geben wollen.

Ralph Ryl, der die Auszählung in der Gemeindeverwaltung verfolgt hatte, umreißt seine Pläne bis zur Stichwahl mit den Worten: „Luftholen, arbeiten gehen und sicher viele Gespräche führen“. Susanne Ramm nahm das Ergebnis zu Hause zur Kenntnis und bezeichnete die Konstellation als „durchaus erwartbar“. Sie will bis zum 10. Mai noch einmal einen besonderen Fokus auf Vorhaben lenken, die sie als Bürgermeisterin ins Rollen bringen und umsetzen möchte.

Demokratischer Prozess als Gewinner der Wahl

Unabhängig davon, wer die Stichwahl am 10. Mai für sich entscheiden wird, gibt es in der Gemeinde Nordwestuckermark bereits einen klaren Gewinner: das demokratische Miteinander. Getragen von einer hohen Wahlbeteiligung, einer Vielzahl von Kandidaten und einem intensiven, von vielen als fair bezeichneten Wahlkampf, zeigt sich hier lebendige kommunale Demokratie in Aktion.

Der Wahlabend selbst verlief trotz der doppelten Belastung durch die parallel stattfindende Landratswahl reibungslos. In den acht Wahllokalen und im Briefwahllokal wurde zügig ausgezählt, und Wahlleiter Nico Schröder konnte noch am Abend die Unterlagen für den Wahlausschuss vorbereiten, der am Mittwoch das endgültige Ergebnis feststellen wird.

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