CSU München fordert Pilotprojekt: Hunde in Museen erlauben – SPD will Böllerverbot am Tierheim
Mit der Kommunalwahl am 8. März im Rücken ringen die Parteien in München intensiv um jede einzelne Stimme. Seit Montag dieser Woche haben sie dabei insbesondere die Tierfreunde der Stadt im Visier. Die CSU setzt sich gezielt für die Belange der Hundehalterinnen und Hundehalter ein, während die SPD den Fokus auf den Schutz der Tierheimtiere legt.
Pilotprojekt soll Hunden den Museumsbesuch ermöglichen
Die CSU/FW-Fraktion im Münchner Stadtrat hat einen bemerkenswerten Antrag eingereicht: Sie fordert die Einführung eines „Pilotprojekts Museum mit Hund“. Konkret sollen ausgewählte städtische Museen wie das Lenbachhaus, die Villa Stuck oder das Stadtmuseum an bestimmten Werktagen für Besucher geöffnet werden, die ihren Hund an der Leine führen. „Natürlich unter Einhaltung von Regeln wie Leinenpflicht, Haftung durch den Besitzer fürs Tier sowie Hygieneauflagen“, betont die Fraktion in ihrem Antrag.
In München sind aktuell rund 45.000 Hunde gemeldet. Für viele dieser Tierhalter stellt der Besuch kultureller Einrichtungen eine Herausforderung dar, da Hunde in den meisten Museen nicht erlaubt sind. „Wer einen Hund als treuen Begleiter im Alltag hat, der weiß, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, trotz des Tiers am kulturellen Leben teilzuhaben“, erklärt CSU-Stadträtin Evelyne Menges, die vor 25 Jahren den Verein „Tierrettung München“ gegründet hat. „Manche Hunde bleiben nicht allein, manche Menschen fühlen sich ohne den Hund an der Seite nicht wohl.“ Besonders bei älteren, alleinstehenden Personen mit Hund sei dies häufig der Fall.
SPD beantragt Böllerverbot am Tierheim zu Silvester
Parallel dazu hat die Stadtrats-SPD einen Antrag gestellt, der ein Böllerverbot am Tierheim zu Silvester vorsieht. Beim letzten Jahreswechsel war das Böllern bereits im Bereich des Tierparks verboten worden, was nach Angaben der SPD zu „spürbaren Verbesserungen“ geführt habe. Nun soll die Stadtverwaltung prüfen, wie ein ähnliches Verbot auch für das Tierheim umgesetzt werden kann. Notfalls soll sie „eine andere rechtliche Grundlage“ vorschlagen, beispielsweise eine Allgemeinverfügung nach dem Vorbild der Stadt Starnberg.
„Feuerwerk schaut schön aus“, sagt SPD-Stadträtin Lena Odell, „Tiere können die lauten Geräusche aber leider nicht einordnen und geraten in Panik.“ Im Gegensatz zu Haustieren könnten die Tiere im Tierheim nicht einfach an einen ruhigeren Ort gebracht werden und seien dem Lärm schutzlos ausgeliefert.
Politisches Ringen um Tierwohl vor der Wahl
Beide Anträge verdeutlichen das politische Ringen um das Thema Tierwohl in der bayerischen Landeshauptstadt kurz vor der Kommunalwahl. Während die CSU mit ihrem Vorschlag die Integration von Hunden in das kulturelle Leben fördern und neue Besuchergruppen für die Museen gewinnen möchte, zielt die SPD auf den Schutz der besonders vulnerablen Tierheimtiere ab. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Parteien die Bedürfnisse von Tieren und ihren Haltern priorisieren und welche konkreten Maßnahmen sie in der Kommunalpolitik umsetzen wollen.



