Elbfähren in Lenzen-Elbtalaue stillgelegt – Fahrpreise verdoppeln sich bald
Elbfähren still – Preise verdoppeln sich in Lenzen-Elbtalaue

Elbfähren in Lenzen-Elbtalaue seit Wochen außer Betrieb – Preise steigen deutlich

Die beiden wichtigen Elbfähren im Amt Lenzen-Elbtalaue befinden sich derzeit in einer kritischen Situation. Seit mehreren Wochen sind sowohl die Fähre "Ilka" zwischen Lütkenwisch und Schnackenburg in Niedersachsen als auch die "Westprignitz" zwischen Lenzen und Pevestorf außer Betrieb. Während die "Ilka" aufgrund technischer Probleme stillsteht, kann die "Westprignitz" wegen anhaltenden Eisgangs auf der Elbe nicht verkehren. Die Wiederaufnahme des Betriebs bleibt vorerst ungewiss.

Fahrpreise verdoppeln sich teilweise

In dieser angespannten Lage hat der Amtsausschuss am Montagabend einstimmig beschlossen, die Fahrpreise für beide Fähren deutlich anzuheben. Die Erhöhung soll laut Verwaltung "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" in Kraft treten und ist nach einer aktuellen Preiskalkulation unerlässlich, um die Defizite der Fährbetriebe auszugleichen.

Die neuen Tarife sehen teilweise eine Verdoppelung der bisherigen Preise vor:

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  • Personen ab 14 Jahren zahlen künftig 2 Euro statt bisher 1 Euro
  • Kinder bis 13 Jahre zahlen weiterhin die Hälfte des Erwachsenenpreises
  • Autos kosten 4 Euro statt 3 Euro
  • Fahrräder verdoppeln sich auf 2 Euro
  • Größere Krafträder kosten 3 Euro statt 2 Euro

Zehnerkarten ebenfalls deutlich teurer

Auch die Zehnerkarten werden erheblich teurer. Pro Person fallen künftig 15 Euro statt 7,50 Euro an, für Autos sind 30 Euro statt 22,50 Euro fällig. Größere Krafträder schlagen mit 22,50 Euro statt bisher 15 Euro zu Buche, Fahrräder mit 15 Euro statt 7,50 Euro.

Fährbetrieb bleibt trotz Preiserhöhung defizitär

Trotz der deutlichen Preiserhöhungen bleibt der Fährbetrieb ein Zuschussgeschäft. Für die "Westprignitz" rechnet das Amt mit einem jährlichen Minus von fast 5.300 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 284.000 Euro jährlich. Nach Abzug von Zuwendungen in Höhe von 50.000 Euro bleiben 234.000 Euro übrig, denen kalkulierte Einnahmen von etwa 228.700 Euro gegenüberstehen.

Die Situation bei der "Ilka" ist noch prekärer. Hier bleiben nach Abzug der 50.000 Euro Zuwendungen Kosten von 143.300 Euro übrig, denen erwartete Einnahmen von nur rund 91.200 Euro gegenüberstehen – ein Fehlbetrag von über 52.000 Euro pro Jahr.

Unterschiedliche Fahrgastzahlen erklären Defizitgefälle

Der deutliche Unterschied in den Defiziten lässt sich vor allem durch die unterschiedliche Nutzung der beiden Fähren erklären. Während die Lenzener Fähre im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre von fast 52.000 Fahrgästen pro Jahr genutzt wurde, waren es in Lütkenwisch nur rund 20.300. In Lenzen wurden jährlich über 19.600 Autos und mehr als 10.600 Fahrräder befördert, in Lütkenwisch dagegen nur etwa 7.500 Pkw und 5.700 Fahrräder.

Bereits Ende September vergangenen Jahres hatte der Amtsausschuss über die Fahrpreiserhöhung beraten. Damals hatten die Abgeordneten den Beschluss zurückgestellt und mehr Daten zu Defiziten und Ausfallzeiten angefordert. Am Montagabend forderte der Lenzener Bürgermeister Walter Jahnke (SPD) zudem eine Auswertung der Auswirkungen der höheren Fahrpreise zum Ende dieses Jahres.

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