Gemeindearbeiter absolviert Landrats-Praktikum: 13-Stunden-Tag begeistert ihn
Gemeindearbeiter im Landrats-Praktikum: 13-Stunden-Tag begeistert

Gemeindearbeiter erlebt Landratsalltag im intensiven Praktikum

Ronny Mathes-Langut, Gemeindearbeiter aus Spornitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim, wollte es genau wissen: Was macht eigentlich ein Landrat den ganzen Tag? Diese Frage stellte er direkt an den Verwaltungschef Stefan Sternberg (SPD) beim Jahresempfang seiner Gemeinde. Die Antwort kam prompt in Form einer Einladung zu einem zweitägigen Kurzpraktikum im Landratsamt.

Zwei Tage im Rhythmus der Kreisverwaltung

Insgesamt 48 Stunden lang begleitete Mathes-Langut den Landrat zu sämtlichen Terminen. Das Programm war vielfältig und anspruchsvoll: Es reichte von internen Dienstberatungen über Besuche bei verschiedenen Unternehmen in Ludwigslust bis hin zu einer wichtigen Beratung mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). „Ich habe mir schon gedacht, dass man bei so einem großen Gebiet wie unserem Landkreis viel und lange unterwegs ist, aber von morgens um 8 bis 21 Uhr ist schon ein echt beeindruckendes Pensum“, berichtet der Praktikant nach den intensiven Tagen.

Dennoch überwog bei Mathes-Langut die Begeisterung. „Ich habe viel vom Landkreis gesehen und auch festgestellt, wie viele Themen in der Kreisverwaltung zusammenlaufen“, erklärt er. Als Gemeindearbeiter kümmert er sich normalerweise um die Liegenschaften seiner Heimatgemeinde – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die jedoch im Vergleich zur Bandbreite der Kreisverwaltung überschaubar wirkt. „Die Kreisverwaltung macht ja alles von Gesundheitsfragen über Jugendschutz bis zum Baurecht und der Kommunalaufsicht“, staunt der „Landrat für zwei Tage“.

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Komplexität der Verwaltungsarbeit wird deutlich

Das Praktikum öffnete Mathes-Langut die Augen für die Komplexität der Verwaltungsarbeit auf Kreisebene. Ihm wurde bewusst, wie häufig der Landrat auf unvorhergesehene Situationen in verschiedenen Fachbereichen reagieren oder schnelle Entscheidungen treffen muss. Dafür benötige man stets aktuelle Informationen zu zahlreichen Themen im Kopf. „Ich weiß nicht, ob ich mir das alles merken könnte“, gibt der Spornitzer ehrlich zu.

Positiv überrascht war Mathes-Langut von der allgemeinen Zufriedenheit in der Region. „Nach meiner Ansicht wird im Ludwigslust-Parchim vieles richtig gemacht, und die Menschen, mit denen ich in den vergangenen Tagen geredet habe, sind froh, in der Region zu leben“, berichtet der gebürtige Spornitzer, der selbst in der Gemeinde aufgewachsen ist. Diese Übereinstimmung in der Wahrnehmung habe ihn besonders gefreut.

Landrat schätzt den Blick von außen

Auch Landrat Stefan Sternberg profitierte von den zwei Tagen mit seinem ungewöhnlichen Praktikanten. „Manches läuft hier ja so automatisch, dass es immer wieder interessant ist, wenn jemand von außen auf die Abläufe schaut und man sie erklären muss, davon profitieren wir selbst ja auch“, erklärt der Verwaltungschef. Die Erfahrung war so positiv, dass sich Sternberg sogar vorstellen kann, selbst ein Praktikum bei Ronny Mathes-Langut zu absolvieren.

Der Landrat hat bereits Erfahrung mit solchen Perspektivwechseln: „Ich habe mal ein Jahr für unseren Social-Media-Auftritt die Aktion ‚In Deinen Schuhen‘ gemacht und damals bei der Straßenmeisterei, einem Bäcker und in einer Schule mitgearbeitet, das war spannend und hat viel Spaß gemacht“, erzählt Sternberg. Er halte grundsätzlich viel davon, miteinander zu reden und sich ein eigenes Bild von den Dingen zu machen, bevor man sich eine Meinung bildet.

Das ungewöhnliche Praktikum hat beide Seiten bereichert und zeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen verschiedenen Ebenen der öffentlichen Verwaltung sein kann. Der 13-Stunden-Tag mag anstrengend gewesen sein, aber die gewonnenen Einblicke in die komplexe Arbeit der Kreisverwaltung haben bei Ronny Mathes-Langut bleibenden Eindruck hinterlassen.

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