Hoort feiert historischen Moment: Offizielle Wappenübergabe nach langem Prozess
In einem feierlichen Akt im Amt Hagenow-Land hat die Gemeinde Hoort ihr lang ersehntes eigenes Wappen erhalten. Innenminister Christian Pegel übergab das offiziell bestätigte Hoheitszeichen an Bürgermeisterin Iris Feldmann und ihre Stellvertreter Maik Schlichtung und Ronny Bruhn. Dieser Moment markiert den erfolgreichen Abschluss eines beharrlichen Prozesses, der andere Gemeinden im Land als Vorbild dienen soll.
Geduld zahlt sich aus: Der Weg zum eigenen Wappen
Die Gemeinde Hoort wird im Jahr 2027 ihr 800-jähriges Bestehen feiern. „Spätestens zu diesem historischen Zeitpunkt wollten wir ein eigenes Wappen haben“, erklärt Bürgermeisterin Iris Feldmann. Was sich einfach anhört, erwies sich als herausfordernder Prozess. Denn in Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit keinen ausgewiesenen Heraldiker mehr, der solche Wappen fachgerecht gestalten könnte.
Die Gemeinde bewies Durchhaltevermögen und fand schließlich im hessischen Unternehmen „Holstein Salahor Wappengestaltung“ einen professionellen Partner. Für einen Betrag im niedrigen vierstelligen Bereich erhielt Hoort drei verschiedene Entwürfe, die den Bürgern zur Abstimmung vorgelegt wurden.
„Die Beteiligung war bemerkenswert hoch“, berichtet Feldmann. „Etwa ein Drittel aller Haushalte beteiligte sich an der Abstimmung, die teilweise auch online durchgeführt wurde. Das Ergebnis fiel eindeutig für den Entwurf aus, der nun unser offizielles Wappen geworden ist.“
Symbolik mit Tiefgang: Die Bedeutung des Hoorter Wappens
Das neue Wappen vereint mehrere bedeutungsvolle Elemente, die die Identität der Gemeinde widerspiegeln. Im unteren Bereich symbolisiert ein Horn die Schäferei, aus der Hoort einst entstanden ist. Ein Eichenblatt steht für die reiche Natur der Region, während ein Kleeblatt den Zusammenhalt der Gemeinschaft betont.
Aufmerksame Betrachter können in der Unterteilung der Felder zudem ein stilisiertes Windrad entdecken – eine Referenz an den nahegelegenen Windpark. Durch ein besonderes Beteiligungsverfahren darf die Gemeinde vier Windräder ihr Eigen nennen, die für stabile Finanzen sorgen. Der Rahmen des Wappens schließlich unterstreicht die Zugehörigkeit zum Landkreis.
Minister lobt Vorbildfunktion für ganz Mecklenburg-Vorpommern
Innenminister Christian Pegel, der eigens zur Übergabe ins Amt Hagenow-Land gereist war, würdigte die Beharrlichkeit der Gemeinde. „Ein solches Wappen stärkt nachweislich den Zusammenhalt und die Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat“, betonte der Minister.
Pegel wies darauf hin, dass der Hoorter Weg als Vorbild für viele andere Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern dienen könne, die ebenfalls ein eigenes Wappen anstreben. „Die Gemeinden müssen sich einen Fachmann suchen, der ein entsprechendes Wappen fachlich fertigt und es bei uns einreicht. Wir haben selbst keine Möglichkeit mehr, das hier im Land machen zu lassen“, erklärte der Innenminister. Das Ministerium muss jedem Wappenentwurf zustimmen, bevor es offiziell genutzt werden darf.
Wappenkultur in Mecklenburg-Vorpommern
Laut Mitteilung des Innenministeriums sind in Mecklenburg-Vorpommern mit seinen 724 Gemeinden sowie den kreisfreien Städten Schwerin und Rostock aktuell 398 Wappen in die Wappenrolle des Landes eingetragen. Schon zu DDR-Zeiten bestand die Möglichkeit, ein Wappen als Hoheitszeichen zu beantragen.
Nach 1990 und durch die Neufassung der Kommunalverfassung, die auch das kommunale Wappen- und Flaggenwesen erneuerte, stiegen die Anträge deutlich an. Das Verfahren für die Annahme eines Wappens ist in der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums über die Genehmigung kommunaler Wappen und Flaggen detailliert beschrieben.
Praktische Umsetzung und zukünftige Verwendung
Wann und wo das neue Wappen erstmals öffentlich zu sehen sein wird, steht noch nicht endgültig fest. Bürgermeisterin Feldmann würde es gerne in der Nähe der Ortseingänge platzieren, muss sich dazu aber noch mit ihrer Vertretung beraten. Die Gemeinde hat schlechte Erfahrungen mit Diebstählen gemacht – das Ortseingangsschild mit dem ungewöhnlichen doppelten „O“ im Namen wurde bereits mehrfach gestohlen.
Sicher ist hingegen, dass das Wappen nun schnellstmöglich auf das Dienstsiegel der Gemeinde kommen soll. Damit wird es bei jeder wichtigen Entscheidung und offiziellen Dokumenten sichtbar sein und die Identität der Gemeinde repräsentieren.
Die erfolgreiche Einführung des Wappens markiert einen wichtigen Schritt für Hoort, der rechtzeitig zum 800-jährigen Jubiläum 2027 abgeschlossen wurde. Die Gemeinde hat damit nicht nur ein Hoheitszeichen erhalten, sondern auch bewiesen, dass Beharrlichkeit und Gemeinschaftssinn sich auszahlen können.



