Stichwahl in München: Reiter gegen Krause – Das müssen Wähler am 22. März wissen
Münchner Stichwahl: Reiter vs. Krause am 22. März

Stichwahl in München: Reiter gegen Krause – Das müssen Wähler am 22. März wissen

In der bayerischen Landeshauptstadt München steht am 22. März 2026 eine bedeutende Stichwahl an. Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD trifft auf den Grünen-Kandidaten Dominik Krause, der als erster Grüner überhaupt eine Stichwahl bei einer Oberbürgermeisterwahl in München erzwungen hat. Das direkte Duell verspricht Spannung und könnte die politische Landschaft der Stadt nachhaltig verändern.

Warum kommt es zur Stichwahl?

Bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 erreichte keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit von mindestens 50 Prozent plus einer Stimme. Gemäß dem deutschen Wahlrecht für Bürgermeister- und Landratswahlen tritt daher zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten an. In München sind dies Dieter Reiter (SPD) und Dominik Krause (Grüne).

Ablauf und praktische Informationen für Wähler

Für die Stimmabgabe benötigen Wähler ihre Wahlbenachrichtigung, die vor dem ersten Wahlgang zugestellt wurde. Falls diese nicht mehr auffindbar ist, genügt der Personalausweis, sofern man im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Der Stimmzettel ist deutlich übersichtlicher als beim ersten Wahlgang, da nur noch zwei Namen zur Auswahl stehen. Gewählt ist, wer die meisten gültigen Stimmen erhält. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

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Briefwahl: Fristen und Besonderheiten

Wer per Brief abstimmen möchte, muss die entsprechenden Unterlagen beantragen. Dies ist über das Formular auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung, per QR-Code, Telefax oder E-Mail möglich. Die Stadt München bietet diesen Service auch auf ihrer Website an. Anträge müssen bis spätestens 20. März, 15 Uhr, gestellt werden; bei kurzfristiger Erkrankung ist eine Beantragung noch bis zum Wahltag (22. März, 15 Uhr) möglich. Wichtig: Der Wahlbrief muss bis 18 Uhr am Wahltag beim Wahlamt oder bei der Stadt vorliegen. Bei Verzögerungen empfiehlt sich die persönliche Abgabe oder Abholung.

Für spontane Entscheidungen können Briefwahlunterlagen zu den üblichen Öffnungszeiten im Kreisverwaltungsreferat (Ruppertstraße 11) oder in einer der fünf Bezirksinspektionen abgeholt werden.

Stichwahlen in ganz Bayern

Nicht nur in München, sondern in rund 250 bayerischen Gemeinden finden Stichwahlen statt. Bei Landkreisen, kreisfreien Städten und größeren Kommunen mit über 10.000 Einwohnern sind es insgesamt 128 Stichwahlen. Besonders spannend ist die Lage in den kreisfreien Städten: In 17 von 22 Fällen, darunter München, Nürnberg und Augsburg, muss eine Stichwahl entscheiden.

Einfluss von Wahlempfehlungen und mögliche Überraschungen

Laut Politikwissenschaftler Lars Rensmann von der Universität Passau können Wahlempfehlungen anderer Parteien bei knappen Stichwahlen durchaus den Unterschied machen. Allerdings sind AfD-Wähler laut Rensmann wenig beeinflussbar, da es sich überwiegend um Stammwähler handelt. Die AfD stellt in keiner der großen Kommunen einen Kandidaten für die Stichwahl.

Historisch gesehen kann sich das Ergebnis einer Stichwahl deutlich vom ersten Wahlgang unterscheiden. Ein Zweitplatzierter kann in der Stichwahl gewinnen, besonders wenn die Wählerschaft ideologisch gespalten ist und der Kandidat über Parteigrenzen hinweg Attraktivität ausstrahlt.

Die Stichwahl in München ist somit nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern ein Spiegelbild der politischen Dynamik in Bayern. Alle Augen sind auf den 22. März gerichtet, wenn die Münchner entscheiden, ob Dieter Reiter sein Amt behält oder Dominik Krause als erster Grüner das Rathaus übernimmt.

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