Neubrandenburg verankert Jugendbeteiligung dauerhaft in der Stadtstruktur
In Neubrandenburg wurde ein bedeutender Schritt für die politische Teilhabe junger Menschen vollzogen. Die Stadtvertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung die Satzung für einen offiziellen Kinder- und Jugendbeirat beschlossen. Diese Entscheidung markiert einen strukturellen Wandel in der kommunalen Beteiligungslandschaft der Vier-Tore-Stadt.
Von ehrenamtlicher Initiative zu offiziellem Gremium
Bisher engagierte sich die sogenannte Jugend AG ehrenamtlich für die Belange junger Menschen in Neubrandenburg. Diese Initiative hat zahlreiche Themen angestoßen, Projekte begleitet und deutlich gemacht, wie wertvoll die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen für Stadtentwicklung, Freizeitgestaltung und Nachhaltigkeit sind, erklärte Stadtsprecherin Anja Seugling. Durch den nun gefassten Beschluss wird der Kinder- und Jugendbeirat künftig als offiziell anerkanntes Beteiligungsgremium arbeiten.
Die Satzung entstand in einem intensiven partizipativen Prozess, bei dem Kinder und Jugendliche aktiv eingebunden waren. Laut der Präambel des Dokuments soll der Beirat jungen Menschen die Möglichkeit geben, an politischen Prozessen teilzuhaben und die Interessen der Kinder und Jugendlichen im Stadtgebiet Neubrandenburgs zu vertreten. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Beteiligung junger Menschen bei sie betreffenden Entscheidungen zu stärken und sie systematisch in Entscheidungs- und Ausgestaltungsprozesse einzubeziehen.
Strukturelle Verankerung und konkrete Arbeitsweise
Der Kinder- und Jugendbeirat wird vertrauensvoll mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten. Mitglieder der Stadtvertretung sowie der Oberbürgermeister erhalten die Möglichkeit, an den Sitzungen des Beirats teilzunehmen. Jährlich soll das Gremium einen detaillierten Tätigkeitsbericht erstellen und diesen der Stadt zur Verfügung stellen.
Jugendliche und Kinder zwischen 12 und 21 Jahren können sich in den Beirat einbringen. Die Mitgliedschaft erfordert bis zu 20 Personen, wobei für Minderjährige das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten notwendig ist. Informationen zur Mitarbeit bietet die Koordinationsstelle für Jugendbeteiligung der Stadt Neubrandenburg, die auch über soziale Medien wie Instagram unter dem Account jube_nb erreichbar ist.
Weiterentwicklung der Jugendbeteiligung als fortlaufender Prozess
Stadtsprecherin Anja Seugling betonte, dass Kinder- und Jugendbeteiligung ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess sei. Neben dem neu geschaffenen Beirat sollen weitere Beteiligungsformate ausgebaut werden. Derzeit wird parallel eine Kinder- und Jugendbeteiligungsrichtlinie erarbeitet, die die Mitwirkung junger Menschen perspektivisch noch breiter und verbindlicher in Verwaltungs- und Entscheidungsprozessen verankern soll.
Diese strukturellen Veränderungen stellen einen Meilenstein in der kommunalen Demokratieentwicklung Neubrandenburgs dar. Sie signalisieren eine ernsthafte Anerkennung der Kompetenzen und Bedürfnisse der jüngeren Generation und schaffen institutionelle Rahmenbedingungen für nachhaltige Mitbestimmung.



