Neues Feuerwehrhaus für Golm: Förderzusage mit Zeitdruck
Neues Feuerwehrhaus für Golm: Förderung mit Frist

Neues Feuerwehrhaus für Golm: Förderzusage mit Zeitdruck

Das über 70 Jahre alte Feuerwehrgerätehaus in Golm, einem Ortsteil der Gemeinde Groß Miltzow bei Woldegk, hat endgültig ausgedient. Es ist nicht nur marode, sondern auch viel zu eng für die modernen Feuerwehrfahrzeuge. Doch nun gibt es konkrete Pläne für einen Neubau, der dringend benötigt wird.

Ministerpräsident bringt gute Nachrichten

Bei seinem Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Golm überbrachte Ministerpräsident Christian Pegel (SPD) nicht nur gute Laune, sondern auch eine verbindliche Zusage: Ein neues Feuerwehrhaus soll entstehen. Das alte Gebäude stammt noch aus den 1950er Jahren und ist in einem desolaten Zustand.

Die Mängel sind gravierend: Das Haus verfügt über keine Heizung, zu wenige Umkleiden und keine Sanitäranlagen. Ortswehrführer Mathias Weitz berichtete dem Minister von den prekären Zuständen, unter denen die Kameraden seit Jahren ihren Dienst verrichten müssen.

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Millimeterarbeit und Improvisation

Die Feuerwehrleute in Golm mussten in der Vergangenheit immer wieder improvisieren, um überhaupt einsatzfähig zu bleiben. Mehrfach wurde der Boden im Gerätehaus abgetragen, damit das Feuerwehrfahrzeug überhaupt hineinpasst. Beim Ausrücken wird es dann zur Millimeterarbeit: Die Abstände zu den Wänden und zur Decke sind so minimal, dass das Fahrzeug beim Herausfahren fast an der Decke entlangschrammt.

„Normalerweise muss die Feuerwehr bei einem Brand schnell ausrücken können, doch hier ist jedes Manöver eine Geduldsprobe“, beschreibt ein Kamerad die Situation. Die beengten Verhältnisse gefährden nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern auch die Sicherheit der Einsatzkräfte.

720.000 Euro Förderung mit engen Fristen

Umso erfreuter zeigt sich Ortswehrführer Mathias Weitz über die Zusage einer Förderung in Höhe von 720.000 Euro seitens des Landesministeriums. „Wir sind total glücklich. Die Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus begannen bereits 2011 unter dem alten Wehrführer. Jetzt, 15 Jahre später, könnte der Traum endlich Realität werden“, sagt er.

Doch die Förderung ist an strikte Bedingungen geknüpft: Die Gemeinde Groß Miltzow muss einen erheblichen Eigenanteil für den Neubau beisteuern und hat dafür nur drei Monate Zeit. Die Gesamtkosten für das neue Feuerwehrhaus belaufen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro.

Gemeinde signalisiert Entschlossenheit

Bürgermeisterin Elvira Janke und Stellvertreter Sebastian Busse zeigen sich zuversichtlich, die Fristen einhalten zu können. „Das finanzielle Polster ist im Gemeindehaushalt eingeplant. Wir sind sofort beschlussfähig“, betont Busse, der zugleich Gemeindewehrführer ist. Damit signalisiert die Gemeinde dem Ministerpräsidenten, wie dringend das neue Feuerwehrhaus benötigt wird.

Die Zeit drängt jedoch: Der Bauantrag muss spätestens im Juli gestellt werden, da die Bearbeitungsdauer bei sechs bis acht Wochen liegt. Der Baubeginn ist bereits für August geplant. Zuvor muss das über 70 Jahre alte Gebäude abgerissen werden – eine Aufgabe, die die Feuerwehrkameraden in Eigeninitiative übernehmen wollen.

Serienbau für Effizienz und Kostensenkung

Das neue Feuerwehrgerätehaus wird als Serienproduktion gefertigt, um die Kosten zu minimieren. Es wird über zwei Tore und zwei Stellplätze verfügen. Ministerpräsident Pegel gab die ambitionierte Planung bekannt: „Alle vier Wochen soll ein neues Haus entstehen.“

Von diesem Baumarathon profitieren mehrere kleine Feuerwehren in der Region, darunter auch die Altstrelitzer Feuerwehr. Das Land hat sich einen erfahrenen Planer aus Vorpommern-Rügen ins Boot geholt, der bundesweit Feuerwehrhäuser „von der Stange“ baut. Insgesamt sollen 58 neue Häuser im Akkord entstehen.

Die Sirene, ein wichtiges Element der Alarmierung, wollen die Golmer Kameraden in Eigeninitiative versetzen. Damit bleibt ein Stück Tradition erhalten, während gleichzeitig moderne Standards Einzug halten.

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Hoffnung nach langem Warten

Für die Feuerwehrleute in Golm bedeutet die Förderzusage nach 15 Jahren Planung und Warten endlich Licht am Ende des Tunnels. Die beengten, unsicheren Verhältnisse im alten Gerätehaus gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an. Doch bis dahin gilt es, die engen Fristen einzuhalten und die notwendigen Genehmigungen rechtzeitig zu beschaffen.

Die Gemeinde Groß Miltzow steht nun unter Druck, zeigt sich aber entschlossen, die Herausforderung zu meistern. Für die Freiwillige Feuerwehr Golm wäre der Neubau nicht nur eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern auch eine lang überfällige Wertschätzung ihres ehrenamtlichen Engagements.