„Vollkatastrophe“ in Pasewalk: Bahnhofstoiletten wegen gravierender Hygienemängel gesperrt
Pasewalker Bahnhofstoiletten wegen Hygienemängeln gesperrt

Pasewalker Bahnhofstoiletten wegen gravierender Hygienemängel gesperrt

Im Bahnhofsgebäude von Pasewalk herrscht derzeit ein desolater Zustand, der bei Reisenden für erheblichen Unmut sorgt. Die Toilettenanlagen wurden vom Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald aufgrund schwerwiegender hygienischer Mängel vollständig gesperrt. Schilder an den Türen weisen auf die „vorübergehende Schließung“ hin, während sich im Gebäude selbst Reste von Essensverpackungen, leere Trinkbecher und Flaschen häufen.

Gesundheitsamt stellt erhebliche Risiken fest

Kreissprecher Florian Stahlkopf teilte mit, dass die Sperrung der Toiletten auf eine Bürgerbeschwerde zurückgeht. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Ordnungsamtes der Stadt Pasewalk überprüften gemeinsam die Anlagen und stellten sowohl in den Damen- als auch in den Herrentoiletten gravierende hygienische Defizite fest. Die Nutzung beider Toiletten bleibt daher untersagt, solange die Mängel nicht beseitigt sind. Dem privaten Eigentümer wurden Auflagen erteilt und eine Frist gesetzt, um den Zustand zu beheben.

„Alternativen zur Sperrung liegen nicht im Ermessen des Landkreises“, erklärte Stahlkopf. Hier könnten gegebenenfalls die Deutsche Bahn oder die Stadt weiterhelfen. Eine erneute Überprüfung durch das Gesundheitsamt bestätigte kürzlich, dass die WC-Anlagen weiterhin nicht zumutbar nutzbar sind und ein erhebliches hygienisches Risiko für die Öffentlichkeit darstellen.

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Bürgermeister spricht von „Vollkatastrophe“

Pasewalks Bürgermeister Danny Rodewald (parteilos) bezeichnete den Zustand des Bahnhofsgebäudes als „Vollkatastrophe“. Obwohl die Stadt nicht Eigentümer des Objektes ist und diesem gegenüber keine rechtliche Handhabe hat, sieht sie sich dennoch in der Verantwortung. „Der Bahnhof ist ein Aushängeschild für uns als Stadt. Wir stehen in engem Austausch mit dem Kreisgesundheitsamt. Das weitere Vorgehen wird intensiv abgestimmt“, so Rodewald.

Das Ordnungsamt der Stadt hat kurzfristig das Gespräch mit der DB Regio AG und dem Eigentümer gesucht und auf eine schnelle Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen Zustands hingewirkt. Rodewald kritisierte zudem die damalige Entscheidung der Deutschen Bahn AG, Bahnhofsgebäude zu verkaufen, als Fehlentscheidung. Pasewalk sei ein wichtiger Umsteigepunkt für Reisende und Knotenpunkt in Nord-Süd- sowie Ost-West-Richtung.

Mobile Toiletten als mögliche Lösung

Parallel prüft die Stadt die Möglichkeit, vorübergehend mobile Toilettenanlagen (sogenannte Dixi-Klos) bereitzustellen, um die Versorgung der Reisenden sicherzustellen. „Angebote zu den mobilen Anlagen liegen uns bereits vor“, sagte der Bürgermeister. Man wolle jedoch zunächst das Gespräch mit der Bahn abwarten, da sich womöglich eine andere Lösung in Form eines WC-Containers ergeben könnte.

Nach Auskunft der Deutschen Bahn ist für den Bahnhof in Pasewalk eine Toilettenanlage nicht vorgeschrieben. Der „Ausstattungskatalog“ der Bahn sehe nicht vor, eine solche Anlage in Pasewalk zur Verfügung zu stellen, erklärte ein Mitarbeiter. Dennoch wolle man gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden, um die Situation für die Reisenden zu verbessern.

Der aktuelle Zustand des Bahnhofsgebäudes, das als Aushängeschild für die Kommune gilt, vermittelt derzeit keinen guten Eindruck. Reisende müssen sich vorerst auf alternative Sanitäranlagen einstellen, während Stadt, Kreis und Bahn nach einer dauerhaften Lösung suchen.

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