Paula Gundi: Junge SPD-Kandidatin in München kämpft für Stadtratssitz
Paula Gundi: SPD-Kandidatin in München für Stadtrat

Paula Gundi: Junge SPD-Kandidatin in München kämpft für Stadtratssitz

Die 29-jährige Paula Gundi, Vorsitzende der Jusos, steht auf Listenplatz sechs der SPD für die anstehende Kommunalwahl in München. Beim Flyern im Univiertel traf die AZ die energiegelade Kandidatin und sprach mit ihr über ihre Ambitionen, politischen Ziele und die Herausforderungen als junge Frau in der Politik.

Optimismus und Engagement im Wahlkampf

Mit roten Haaren, die der Wind durchwirbelt, verteilt Paula Gundi Flyer vor dem Philologicum in der Schellingstraße. Studierende eilen mit Matcha- und Kaffee-Bechern vorbei, während sie freundlich nachfragt: "Hi, darf ich dir einen Flyer zur Kommunalwahl geben?" Einige bleiben stehen, andere werfen nur einen kurzen Blick – doch Gundi wirkt offen und lässt jeden weitergehen, der abwinkt. Als ein Mann begeistert ruft: "Was, du stehst auf der Liste?", nickt sie und zeigt auf ihr Foto auf dem Flyer.

Gundi ist zuversichtlich, dass sie in den Stadtrat einziehen wird. "Da müsste es schon sehr schlecht für die SPD laufen", sagt sie lachend. "Ich bin optimistisch, dass es was wird." Die gebürtige Münchnerin trat vor neun Jahren, am 1. Mai, in die SPD ein und ist seitdem eine feste Größe bei den Jusos, seit 2023 als deren Vorsitzende. "Ich habe jahrelang kommunalpolitisch gearbeitet, da war irgendwann klar, dass ich antreten will", erklärt sie.

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Politische Schwerpunkte und Visionen

Als studierte Biologin und Wissenschaftsreferentin im EU-Büro der Fraunhofer-Gesellschaft wohnt Gundi in Neuhausen. Ihr zentrales Thema ist die Bezahlbarkeit – nicht nur beim Wohnen, sondern in allen Lebensbereichen. "Ob Sportangebote, Büchereien oder Theaterbesuche: Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz", betont sie. Als Juso-Spitzenkandidatin möchte sie Inhalte, die die Jusos in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, direkt in den Stadtrat tragen. "Ich will eine Verbindung ins Rathaus schaffen für junge Leute, das fehlt mir total", sagt sie.

Bis zur Wahl sind es nur noch wenige Tage. Auf die Frage, ob sie nervös sei, antwortet Gundi: "Es ist eine Mischung aus: Ich will es jetzt wissen und gleichzeitig will ich mehr Zeit, um noch mehr Leute zu erreichen." Den Wahlkampf erlebt sie bisher als positiv, besonders die Motivation der Jusos begeistert sie. "Die Jusos sind motiviert, das ist so schön", strahlt sie.

Herausforderungen als junge Frau in der Politik

Trotz ihres Engagements ist es als junge Frau nicht immer einfach, Politik zu machen. "Man darf nicht unterschätzen, wie krass man erst einmal nur als Frau gesehen wird, wenn man irgendwo auftaucht", so Gundi. Sie berichtet, dass Männer auf Podien oft mehr Redezeit erhalten, erzählt dies jedoch ohne Bitterkeit. Die Unterstützung bei den Jusos sei groß, und sie habe erstaunlich wenige negative Erfahrungen gemacht.

Doch ganz ohne unangenehme Sprüche geht es nicht. Als sie einem Mann einen Flyer in die Hand drückt, fragt dieser grinsend, ob da auch ihre Nummer draufstehe. Gundi lässt sich nichts anmerken und erzählt ihm stattdessen von ihrer Kandidatur – ein Beispiel für ihre professionelle Haltung im oft herausfordernden politischen Alltag.

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