Polizist in Disziplinarverfahren wegen Brezel-Tattoo auf Grünen-Party
Polizist in Disziplinarverfahren wegen Brezel-Tattoo

Ein Personenschützer des baden-württembergischen Wahlsiegers Cem Özdemir (60) steht unter Druck, weil er sich auf der Grünen-Wahlparty im März ein Brezel-Tattoo stechen ließ. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete, wurde der Beamte von einem Kollegen beobachtet, der den Vorgang seinem Vorgesetzten meldete. Das Innenministerium bestätigte den Sachverhalt und leitete ein Disziplinarverfahren gegen den Polizisten ein.

Hintergrund des Verfahrens

Landesbeamte in Baden-Württemberg dürfen sich grundsätzlich tätowieren lassen. Im konkreten Fall könnte jedoch der Eindruck entstanden sein, dass der zur Neutralität verpflichtete Personenschützer damit seine Sympathie für die Grünen zum Ausdruck bringen wollte. Spitzenkandidat Özdemir hatte im Wahlkampf immer wieder mit seiner Bindung an die schwäbische Heimat kokettiert und auf Instagram Videos veröffentlicht, die Bezug auf die traditionelle Backware nehmen.

Mögliche Verstöße gegen Vorschriften

Auf der Wahlparty konnten sich Besucher kostenlos ein Brezel-Tattoo stechen lassen – auch der Beamte nahm dieses Angebot an. Das Innenministerium betont, dass Polizisten grundsätzlich keine Geschenke annehmen dürfen, „außer es handelt sich um geringwertige Aufmerksamkeiten, also um Artikel einfacher Art wie beispielsweise Kalender, Kugelschreiber oder Schreibblöcke“. Ob ein Tattoo unter diese Ausnahme fällt, ist fraglich.

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Bislang ist unklar, ob es für den Beamten tatsächliche dienstliche Konsequenzen geben wird. Die schwäbische Brezel als politisches Symbol der Grünen zu deuten, dürfte schwierig sein. Klar scheint aber: Dem Mann dürfte der Appetit auf Brezel mittlerweile vergangen sein.

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