Prenzlau: Heinrich-Heine-Straße ab April 2026 für acht Monate voll gesperrt
Kaum haben sich die Einwohner von Prenzlau von der zweijährigen Vollsperrung der Steinstraße erholt, stehen bereits die nächsten umfangreichen Baumaßnahmen im Stadtzentrum bevor. Ab April 2026 wird die Heinrich-Heine-Straße auf einer Länge von etwa 230 Metern grundhaft ausgebaut – und das unter Vollsperrung bis November desselben Jahres. Betroffen ist der Abschnitt zwischen dem Knotenpunkt Richard-Steinweg-Straße/Hospitalstraße und Marktberg/B109.
Details zum geplanten Straßenausbau
Henri Kunge, Bereichsleiter der mit der Planung beauftragten PBVI GmbH aus Berlin, kündigte in einer Anwohnerversammlung an, dass der Ausbau in zwei Bauabschnitten erfolgen soll. Die Fahrbahn wird auf circa 3,50 Meter verbreitert und erhält eine neue Asphaltdecke. Derzeit sind auf der Straße verschiedene Materialien wie Natur- und Schlackesteine verbaut, die soweit möglich für die Befestigung der Parkplätze wiederverwendet werden sollen, um Kosten zu sparen.
Die Anzahl der Parkplätze erhöht sich im Zuge des Ausbaus von 58 ungeordneten auf 59 gekennzeichnete Stellflächen, darunter zwei barrierefreie und vier, die perspektivisch für E-Ladesäulen vorgesehen sind. Die meisten Plätze werden weiterhin senkrecht angeordnet, während die Längsparkplätze aus dem Fahrbahnbereich in den neu gestalteten östlichen Gehwegbereich eingerückt werden.
Umfangreiche Begleitmaßnahmen und Einschränkungen
Während der Bauarbeiten werden verschiedene Medien erneuert, darunter Fernwärme-, Trinkwasser- und Gasleitungen. Zudem wird die Straßenbeleuchtung verändert, Glasfaserkabel verlegt und die westlich gelegenen Hauseingänge barrierefrei umgebaut. Henri Kunge betonte, dass eine halbseitige Sperrung nicht möglich sei, sodass eine Umleitung ausgewiesen wird. Baumfällungen sind unvermeidbar, werden aber durch Neuanpflanzungen kompensiert.
Da sich in der Heinrich-Heine-Straße keine Haltestellen befinden, ist der ÖPNV nicht von der Vollsperrung betroffen. Der Zugang für Rettungsfahrzeuge und die fußläufige Erreichbarkeit der Hauseingänge sollen gewährleistet werden. Die Baufirma plant die Einrichtung eines zentralen Müllsammelplatzes.
Parallele Bauarbeiten am Marktberg
Zeitgleich mit den Arbeiten in der Heinrich-Heine-Straße wird im Bereich Marktberg 2 bis 21 eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Dr. Sybille Brozio vom Ingenieurbüro Ergo Sun aus Prenzlau erklärte, dass die ebenfalls zu verlegende Fernwärmeleitung dem Netzzusammenschluss Innenstadt dient, um das Netz Friedhofstraße über eine zukünftige Geothermieanlage zu versorgen. Der notwendige Rohrgraben wird an der Oberfläche eine Breite von 3,50 Metern einnehmen, was bereits in diesem Monat zu Baumfällungen führte – Neupflanzungen sind geplant.
Die derzeitigen Betonplatten im Gehwegbereich werden durch die „Berliner Platte“ ersetzt, wie sie bereits in der Steinstraße verlegt wurde. Während der Bauzeit müssen die Rechtsabbiegerspur in die Steinstraße gesperrt und ein Teil der Parkplätze dort als Lagerplatz für Baumaterialien genutzt werden. Die Hauseingänge können nur rückseitig genutzt werden.
Herausforderungen für Anwohner
Eine Hauptsorge der Anwohner ist der Wegfall der knapp 60 Parkmöglichkeiten während der Bauzeit. Bauamtsleiterin Christin Walther erklärte, dass die Stadt keine Ausweichflächen zur Verfügung stellen kann. Erfahrungsgemäß würden sich Anwohner in den ersten beiden Wochen auf Ersatzmöglichkeiten einstellen, wie die Nutzung vorhandener Garagen oder der Stellflächen auf dem „Schröderschen Grundstück“ der Wohnbau GmbH an der Fischerstraße.
Bürgermeister Marek Wöller-Beetz (CDU) und Bauamtsleiterin Walther bieten Anwohnern an, bei möglichen Problemen während der nächsten Monate unkompliziert Kontakt mit ihnen aufzunehmen. „Nach der Zeit der Einschränkungen können sie sich über ordentliche Gehwege und Parkplätze, barrierefreie Hauszugänge und einen Mehrwert in Form eines schöneren Wohnumfeldes freuen“, so Wöller-Beetz.
Im März sollen bereits archäologische Voruntersuchungen beginnen. Ob zeitgleich der Radweg in diesem Bereich des Marktberges erneuert werden kann, ist von Fördermitteln abhängig, für die es bislang noch keine verbindliche Zusage gibt. Das Bauvorhaben kostet insgesamt circa 1,6 Millionen Euro und wird durch Bundes- und Landesmittel gefördert, was eine Vermietung oder Veräußerung von Parkplätzen ausschließt.



