Bentzin setzt auf Profis: Parkchaos am Zarrenthiner Kiessee soll endgültig der Vergangenheit angehören
Profis übernehmen Parkraumbewirtschaftung am Kiessee Zarrenthin

Professionelle Parkraumbewirtschaftung für den Zarrenthiner Kiessee

In der Gemeinde Bentzin steht ein grundlegender Wandel für die Parkplatzsituation an der beliebten Badeanstalt Zarrenthin bei Jarmen bevor. Künftig wird ein spezialisiertes Unternehmen die Bewirtschaftung der Stellplätze übernehmen, um das wiederkehrende Chaos in der Hochsaison zu beenden und die Einnahmen zu erhöhen.

Von Parkchaos zu geordneten Verhältnissen

Der Zarrenthiner Kiessee hat sich mit seinem glasklaren Wasser, dem Sandstrand, einer großen Rutsche und einem modernen Multifunktionsgebäude zu einem überregional beliebten Ausflugsziel entwickelt. Doch an heißen Tagen und bei Veranstaltungen herrscht auf dem Parkplatz oft ein unübersichtliches Durcheinander. Viele Besucher parken entlang des Zarrenthiner Weges, obwohl dort ein Halteverbot gilt und die schmale Straße als Rettungsgasse freibleiben muss.

Seit 2021 gibt es zwar einen Ticketautomaten für Parkgebühren, doch längst nicht jeder Besucher löst ein Ticket. „In jedem zweiten oder dritten Auto fehlt das Billett“, berichten Verantwortliche. Selbst nach einer Gebührenerhöhung 2025 blieb die Situation unbefriedigend.

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Moderne Technologie und ganzjährige Bewirtschaftung

Die Lösung soll nun ein schrankenfreies Free-Flow-Park-System mit automatischer Kennzeichenerkennung bringen. An der Zufahrt werden Scanner installiert, die alle einfahrenden Fahrzeuge erfassen. Der alte Ticketautomat wird durch einen modernen, vielseitigen Automaten ersetzt, der auch mobile Bezahlmethoden unterstützt.

Besonders bedeutsam: Die Zahlungspflicht wird künftig auf das gesamte Jahr ausgeweitet und gilt auch für motorisierte Zweiräder. „Wir würden sonst keine Firma finden, die das übernimmt – für nur ein paar Monate“, erklärt Bürgermeisterin Grit Gawrich. In der Nebensaison sollen jedoch halbierte Tarife gelten.

Erweiterung der Parkfläche und klare Zuständigkeiten

Parallel zur technischen Aufrüstung plant die Gemeinde eine Erweiterung der offiziellen Parkfläche:

  • Ausdehnung auf den gesamten Zufahrtsbereich ab dem Zarrenthiner Weg
  • Zeitweise Anpachtung eines Teils der benachbarten Weidefläche von Juni bis September
  • Versetzung des Koppelzauns für die zusätzlichen Stellplätze

Das beauftragte Unternehmen übernimmt nicht nur die technische Betreuung, sondern auch die Nachverfolgung von Falschparkern und die Ausstellung von Knöllchen. „Wir und unser Amt haben dann überhaupt nichts mehr mit dem Parkplatz zu tun“, so die Bürgermeisterin.

Finanzielle Entlastung bei freiem Eintritt

Hintergrund der Maßnahmen sind die finanziellen Herausforderungen des Freibadbetriebs. Da der Eintritt kostenlos bleibt, stellt der Betrieb seit jeher ein Zuschussgeschäft dar – meist im fünfstelligen Bereich. Durch die professionelle Parkraumbewirtschaftung erhofft sich die Gemeinde:

  1. Höhere Einnahmen durch konsequente Gebührenerhebung
  2. Reduzierung des Betriebsdefizits
  3. Langfristige Sicherung des kostenlosen Badebetriebs

Der genaue Anteil, den die Bewirtschaftungsfirma an den Gebühren erhält, wird noch verhandelt. Doch die Gemeinde rechnet damit, dass trotz der Beteiligung externer Partner am Ende mehr Geld in der Gemeindekasse verbleibt.

Mit diesen umfassenden Maßnahmen will Bentzin nicht nur das Parkchaos beenden, sondern auch die Attraktivität des Zarrenthiner Kiessees als Freizeitziel langfristig sichern – bei weiterhin kostenlosem Eintritt für alle Besucher.

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