Münchens OB Reiter legt FC-Bayern-Ämter nieder – Klingbeil verteidigt SPD-Kollegen
Reiter gibt FC-Bayern-Ämter ab – Klingbeil verteidigt

Münchens Oberbürgermeister Reiter tritt von FC-Bayern-Ämtern zurück

Im Zuge des Kommunalwahlkampfs in München hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) seine umstrittenen Ämter beim FC Bayern München niedergelegt. Der Schritt erfolgte mit sofortiger Wirkung und wurde durch massive öffentliche Kritik ausgelöst, nachdem bekannt wurde, dass Reiter seine jährliche Vergütung von rund 20.000 Euro für die Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des Vereins nicht ordnungsgemäß beim Stadtrat angegeben hatte.

Klingbeil stellt sich hinter den SPD-Kollegen

Bundesfinanzminister und SPD-Parteivorsitzender Lars Klingbeil hat sich in der Debatte deutlich positioniert. In einem Interview mit der Welt am Sonntag verteidigte er Reiter und bezeichnete dessen Entscheidung als klar und transparent. Klingbeil betonte, Reiter sei ein hervorragender Oberbürgermeister für München und zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Amtsinhaber in der anstehenden Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause durchsetzen werde.

Reiters vollständiger Rückzug und Spendenaktion

Dieter Reiter gab nicht nur sein Aufsichtsratsmandat auf, sondern verzichtete auch auf den Vorsitz im Verwaltungsbeirat sowie auf die Mitgliedschaft in diesem Gremium. In einer ausführlichen Erklärung begründete er seinen Schritt mit dem Vertrauen der Münchner Bevölkerung, das für ihn über allem stehe. Zudem kündigte er an, die gesamten Vergütungen aus seiner Tätigkeit beim FC Bayern in Höhe von 90.000 Euro, die er seit 2021 erhalten und versteuert habe, an soziale Projekte zu spenden.

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  • Die Spenden gehen an das Projekt Mini München und den Verein Bunt kickt gut.
  • Beide Initiativen fördern Zusammenhalt, Integration und Demokratie.
  • Weitere offene Fragen will Reiter in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat sowie gegenüber der Regierung von Oberbayern klären.

Wahlkampf und politische Konsequenzen

Die Enthüllungen um Reiters Nebentätigkeit beim FC Bayern hatten im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl für erheblichen Wirbel gesorgt. Bei der ersten Wahlrunde erreichte Reiter nur 35,6 Prozent der Stimmen, während sein Herausforderer Dominik Krause unerwartet stark abschnitt und mit 29,5 Prozent in die Stichwahl einzog. Reiter selbst räumte ein, dass die negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen sein Wahlergebnis beeinflusst hätten.

Vor der entscheidenden Stichwahl kündigte Reiter an, sich den Bürgern auf der Straße zu stellen und Rede und Antwort zu stehen. Ob sein Rücktritt von den FC-Bayern-Ämtern und die großzügige Spende ausreichen, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Die politische Lage in München bleibt somit bis zur Stichwahl angespannt und von intensiven Diskussionen geprägt.

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