Rosa Liste setzt auf Zusammenarbeit mit Grünen im Münchner Stadtrat
Seit drei Jahrzehnten vertritt die Rosa Liste die Interessen der queeren Community im Münchner Rathaus. Nun zieht mit Bernd Müller ein neuer Vertreter für die Organisation in den Stadtrat ein. Müller, der die Rosa Liste bereits 1989 mitbegründete, übernimmt den Sitz von Thomas Niederbühl, der nach 30 Jahren nicht mehr antritt.
Unterstützung für grünen OB-Kandidaten
„Wir wollen dazu beitragen, dass es zu einer kleinen grünen Sensation kommt“, erklärt Bernd Müller. Die Rosa Liste unterstützt den Oberbürgermeister-Kandidaten der Grünen, Dominik Krause, der bei der Wahl 29,5 Prozent der Stimmen erhielt. Damit lag er nur etwa sechs Prozentpunkte hinter Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD.
Die Unterstützung geht über symbolische Gesten hinaus: Alle verbliebenen Plakatständer der Rosa Liste in der Stadt stehen Krause für seinen Wahlkampf zur Verfügung. Zudem wird die Organisation auf Social Media für den Kandidaten werben. Müller betont, dass dies nicht nur geschieht, weil Krause der erste offen schwule Mann ist, der in München als Oberbürgermeister kandidiert, sondern weil die Rosa Liste voll und ganz von ihm überzeugt ist.
Informelle Zusammenarbeit im Stadtrat
Obwohl Grüne und Rosa Liste traditionell zusammenarbeiten, können sie im neuen Stadtrat keine gemeinsame Fraktion bilden – aus rechtlichen Gründen. „Wir wollen aber weiterhin auf einer informellen Ebene zusammenarbeiten“, so Müller. Konkret könnte dies bedeuten, dass die Grünen in Ausschüssen auf einen Sitz zugunsten der Rosa Liste verzichten. Die Details dieser Kooperation sind jedoch noch nicht abschließend besprochen.
Bernd Müller, der beruflich für die Münchner Aidshilfe tätig ist, plant, die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortzusetzen. „Seine Arbeit war sehr erfolgreich“, sagte er in einem Statement. Die Rosa Liste bleibt damit eine feste Größe in der Münchner Kommunalpolitik und setzt sich weiterhin für die Belange der LGBTIQ*-Community ein.



