Schwerin vor wichtiger OB-Wahl: Digitale Wahlhilfe unterstützt Bürger bei Entscheidung
Die Landeshauptstadt Schwerin steht vor einer bedeutenden politischen Weichenstellung: Am 12. April 2026 wählen die Bürgerinnen und Bürger einen neuen Oberbürgermeister. Um bei dieser wichtigen Entscheidung zu unterstützen, hat die Schweriner Volkszeitung (SVZ) gemeinsam mit Partnern eine innovative digitale Wahlhilfe entwickelt, die seit dem 17. März online verfügbar ist.
Sieben Bewerber im Rennen um das Rathaus
Insgesamt sieben Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Rico Badenschier (SPD). Das Feld umfasst Petra Federau (AfD), Sebastian Ehlers (CDU), Mandy Pfeifer (SPD/Die Linke/Grüne), Massimo De Matteis (Volt), Dr. Aileen Wosniak (ASK), Lars Schubert (FDP/Einzelbewerber) und Heiko Steinmüller (parteilos/Einzelbewerber). Alle Bewerber haben sich an der SVZ-Wahlhilfe beteiligt und zu 37 verschiedenen Thesen Position bezogen.
37 Thesen von Arbeitspflicht bis Zippendorf
Die Wahlhilfe präsentiert den Nutzern ein breites Spektrum kommunalpolitischer Themen. Die 37 Thesen reichen von kontrovers diskutierten Fragen wie der Aufnahme weiterer Flüchtlinge oder gemeinnütziger Arbeit für Asylsuchende und Bürgergeldempfänger bis zu lokal spezifischen Themen wie dem Umgang mit der umstrittenen Lenin-Statue, der Parkraumsituation, dem Ausbau von Fahrradwegen oder der Zukunft des Strandhotels in Zippendorf. Auch die Frage nach gendergerechter Sprache in offiziellen Dokumenten wird thematisiert.
„Die Wahlhilfe ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Angebot zur Orientierung und ein Anstoß, sich stärker mit lokaler Politik zu beschäftigen“, betont Professor Dr. Jochen Müller von der Universität Greifswald, der gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Voto an dem Projekt mitgewirkt hat.
Einfache Bedienung mit persönlicher Gewichtung
Die Online-Wahlhilfe ist intuitiv bedienbar: Nutzer können zu jeder der 37 Thesen ihre persönliche Meinung abgeben – von keiner bis voller Zustimmung. Besonders wichtige Themen können mit einem Stern markiert werden, wodurch sie doppelt gewichtet werden. Über eine Timeline navigieren die Teilnehmer zwischen den verschiedenen Thesen. Wer Details wissen möchte, kann durch einen Klick die konkreten Begründungen der einzelnen Kandidaten für ihre Positionen einsehen.
Professor Müller empfiehlt: „Wenn einem Nutzer ein Thema nicht wichtig ist oder er dazu noch keine Meinung hat, ist es besser, die entsprechende These zu überspringen.“ Am Ende der Befragung können freiwillige und anonyme Angaben zur Person gemacht werden, die der wissenschaftlichen Auswertung und Weiterentwicklung des Tools dienen.
Wahlforum am 19. März im Livestream
Ein direktes Bild von allen Kandidaten können sich interessierte Bürger am Donnerstag, dem 19. März, beim SVZ-Wahlforum machen. Die Veranstaltung im Wichernsaal mit 200 Plätzen ist bereits ausgebucht, wird jedoch ab 18 Uhr kostenfrei im Livestream auf www.nordkurier.de übertragen. Dies bietet eine weitere Möglichkeit, die Positionen und Persönlichkeiten der Bewerber kennenzulernen, bevor am 12. April die Stimmzettel ausgefüllt werden.
Mit fast 260 Antworten der sieben Kandidaten auf 37 Thesen bietet die SVZ-Wahlhilfe eine umfassende Entscheidungsgrundlage für die anstehende Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns.



