Suche nach DDR-Postkarte: Wer half Frank aus Templin?
Suche nach DDR-Postkarte aus Templin

Frank Peter wusste die Antwort sofort: Als der Fortgezogene im Heimweh-Newsletter des Nordkurier ein Foto dieser inzwischen bereits etwas verfallenen Backsteinmauer sah, erkannte er darauf das Relief des ehemaligen Traditionslagers „Klim Woroschilow“ in Templin.

„Es war grandios“

„Ich durfte einmal dabei sein. Es war grandios, obwohl es Fahnenappelle gab und wir auch manchmal in Pionierkleidung angetreten sind“, schrieb Frank an die Redaktion. Beeindruckt hatte ihn damals, dass Pioniere aus vielen Ländern und auch aus Westberlin dabei waren. Als „aufregend und cool“ hat der Junge aus Ueckermünde die Zeit im Gedächtnis.

Frank Peter steht am Eingangstor zum Traditionslager: „Leider sehr schlechte Qualität und man war noch jung ...“. (Foto: privat)

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Die Westpioniere seien etwas separat untergebracht gewesen, bei den Mitmachangeboten waren sie aber alle bunt gemischt. Die Kinder und Jugendlichen hatten Themen, die sie über die Mauer verband: „Jeder hat einfach seine Erlebnisse erzählt, das Wettrüsten hat uns allen nicht gefallen.“

Die Westberliner hätten zudem viele neue Spiele mitgebracht. Etwa „Rüstungspfennige versenken“, bei dem sie eine Schüssel mit Wasser füllten und darin eine kleine Schale versenkten. In dieser sollten dann die Geldstücke landen, die sie aus einem Meter Entfernung warfen. „Das geht meistens schief, also hat man Rüstungsgeld versenkt.“ Die DDR-Pioniere hatten Holzknobelspiele gebastelt.

Es gab sogar eine Büchse Coca-Cola

Noch viel cooler: „Es gab auch mal eine Büchse Coca-Cola.“ Frank Peter erinnert sich noch an Unterhaltungsprogramme, bei denen Petra Zieger oder der aus dem Kinderfernsehen bekannte Gerhard Adolph, genannt Adi, auftraten. Von ihm konnte er sich ein Autogramm sichern. Bis heute bewahrt er einige Erinnerungsstücke aus der Zeit im Lager auf, nur ein wichtiges Stück fehlt ihm.

Frank Peter hatte damals sogar ein Autogramm von Gerhard Adolph, genannt Adi, bekommen. (Foto: privat)

Postkarte nie mehr gefunden

Für eine Postkarte wurden er und drei weitere Pioniere am Relief fotografiert. Ein Exemplar der Karte hat er leider nie bekommen. „Ich versuche krampfhaft, sie zu erwerben.“ Was er noch weiß: „Mir wurde damals gesagt, dass demnächst eine neue Postkarte gedruckt wird, dann kam aber die Wende.“ Auf Flohmärkten hat er immer wieder geschaut, leider vergeblich. Im Internet ist er dann auf das „DDR-Postkarten-Museum“ gestoßen und wurde endlich fündig. Der Betreiber habe ihm aber gesagt, dass er nur diese eine Karte besitze.

Kurz vor der Wende durfte Frank Peter für diese Postkarte des Pionierlagers in Templin posieren. Oben links ist er die zweite Person von rechts. (Foto: DDR-Postkarten-Museum)

Wer kann helfen?

Kann also vielleicht jemand Frank Peter helfen? Irgendwo in Templin oder der Umgebung sollte doch noch eine dieser Postkarten zu finden sein. Der Mann würde sich außerordentlich freuen. Er weiß, dass es auch andere Varianten gab, er sucht aber genau diese. Hinweise gehen an den Heimweh-Newsletter unter [email protected]. Vielen Dank im Voraus!

Frank ist bis heute ein Junge aus Ueckermünde geblieben, zumindest betrachtet er die Stadt als seine Heimat: „Auch wenn ich jobbedingt nach der Wende nach Leipzig gekommen bin und immer noch dort lebe. Hier ist es auch schön, und es gibt mittlerweile viele Seen, also Wasser.“

Die Ostsee können die neuen Seen in den alten Tagebauen aber sicher nicht ersetzen, und so ist Frank Peter aktuell mit dem Fahrrad auf dem Ostseeküstenradweg unterwegs. Von Lübeck geht es immer am Meer entlang bis nach Ueckermünde, bis er Anfang Mai wieder zurück nach Leipzig fährt. Und vielleicht hat er dann ja bereits eine gute Nachricht im Gepäck.

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