Templin im Spannungsfeld der Energiewende: Ausschusssitzungen mit weitreichenden Entscheidungen
Die Stadt Templin in der Uckermark steht vor wegweisenden Beschlüssen in Sachen Energie- und Wärmewende. In dieser Woche tagen die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung zu zentralen Themen, die die Zukunft der Kommune maßgeblich prägen werden. Von Montag, dem 23. März, bis Donnerstag, dem 26. März 2026, finden jeweils ab 17 Uhr öffentliche Sitzungen im Sitzungssaal der Stadtverwaltung in der Prenzlauer Allee statt.
Solarprojekte und Geothermie im Fokus
Besonders spannend dürften die Beratungen im Stadtentwicklungsausschuss am Montag und im Bauausschuss am Mittwoch werden. Hier stehen Anträge von Projektentwicklern auf der Tagesordnung, die Aufstellungsbeschlüsse für Bauleitpläne zur Errichtung von Freiflächensolaranlagen und dazugehörigen Grünstromspeicheranlagen bei Hindenburg und Hammelspring betreffen. Obwohl die Stadtverordneten grundsätzlich Photovoltaikanlagen unter bestimmten Voraussetzungen zulassen, unterliegt jedes Vorhaben einer strengen Einzelfallprüfung.
In der Vergangenheit taten sich die Entscheidungsträger schwer, grünes Licht für solche Projekte zu geben. Oft wurde argumentiert, die produzierte erneuerbare Energie werde nicht benötigt oder es bestehe ein Überangebot. Daher wurden bisher nur punktuell Bebauungspläne aufgestellt.
Parallel dazu steht in drei Ausschüssen ein Grundsatzbeschluss zur Diskussion, der den Weg für Investitionen in Geothermie zur Sicherung der Fernwärmeversorgung ebnen soll. Das Vorhaben umfasst Kosten von über 21 Millionen Euro. Die Stadt muss nun Modelle entwickeln, um diese Summe finanzieren zu können, und eine Anpassung der Gesellschafterstruktur der Fernwärmegesellschaft vorbereiten.
Weitere Themen auf der Agenda
Die Verwaltung schlägt außerdem eine Verschmelzung der städtischen Tourismus-Marketinggesellschaft TMT mit der Naturtherme Templin GmbH vor. Im Kultur- und Sozialausschuss werden verschiedene geförderte Einrichtungen wie die Jugendkella, der Kunstverein, der UMTanz e.V., der Jugendbeirat und das Projekt Pflege vor Ort über ihre Tätigkeiten berichten.
Erneut soll auf Antrag der AfD-Fraktion über eine mögliche Bewerbung zur Landesgartenschau diskutiert werden. Im Bau- und Ordnungsausschuss sowie im Finanzausschuss steht zudem die künftige Entschädigung von Angehörigen der Feuerwehr zur Beratung an.
Bürgerbeteiligung wird großgeschrieben
Interessierte Bürger sind zu den Ausschusssitzungen eingeladen und können aktiv teilnehmen. Nach dem Bericht der Verwaltung haben sie in einer Einwohnerfragestunde die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese können sich sowohl auf die in der Sitzung diskutierten Themen beziehen als auch darüber hinausgehen. Diese Form der Bürgerbeteiligung wird in Templin regelmäßig genutzt und zeigt das Engagement der Einwohner für lokale Entscheidungsprozesse.
Die kommenden Tage werden somit richtungsweisend für die energiepolitische und städtebauliche Entwicklung Templins. Die Diskussionen um Solarfelder, Geothermie und weitere Projekte verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende stehen.



