Teterow vor Bürgermeisterwahl: Alle Kandidaten fordern Rückkehr der Wirtschaftsförderung
Am 1. März 2026 wird in Teterow ein neuer Bürgermeister gewählt. Die Stadt im Landkreis Rostock zählt zu den stärksten Wirtschaftsstandorten der Region, mit Vorzeigebetrieben wie dem Unternehmen Miltenyi, das mittlerweile 600 Mitarbeiter beschäftigt. Der Nordkurier hat die vier Kandidaten nach ihren wirtschaftspolitischen Plänen befragt – und alle fordern übereinstimmend die Wiedereinrichtung einer aktiven Wirtschaftsförderungsstelle in der Stadtverwaltung.
Die Positionen der Bewerber im Detail
Thomas Gütschow, Einzelbewerber, betont die Notwendigkeit einer Stabsstelle zur Wirtschaftsförderung, die bei der Akquise von Fördermitteln unterstützt und Unternehmensnachfolgen sowie Neuansiedlungen begleitet. Er schlägt vor, neue Gewerbegebiete zu erschließen und über eine Absenkung der Gewerbesteuerhebesätze zu diskutieren. „Nach meinen Erfahrungen sprudeln die Steuereinnahmen oftmals mehr, wenn die Abgabenlast prozentual geringer ist“, so Gütschow. Weitere Schwerpunkte sind die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke, die Innenstadtentwicklung und eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur mit direkter Bahnanbindung nach Rostock.
Matthias Hantel von der CDU sieht die Unterstützung Teterower Unternehmen als Pflicht der Stadtverwaltung. Er fordert eine aktive Wirtschaftsförderung, die klug mit Förderstrukturen umgeht. Die Konsolidierung der Stadtwerke müsse zügig erfolgen, um zukünftige Aufgaben wie die zweite Stromtrasse nach Teterow und die Fernwärmeversorgung anzugehen. Nach dem Bau des Busbahnhofes soll schnell über eine Stadtbusvariante verhandelt werden. Der Anschluss an den S-Bahn-Verkehr Richtung Rostock müsse weiter bei der Landesregierung eingefordert werden.
Enrico Malow, ebenfalls Einzelbewerber, nennt als zentrale Punkte die Reaktivierung der Wirtschaftsförderung, die Belebung der Innenstadt und die Erweiterung von Gewerbeflächen im Bereich Pampow/Koppelberg. „Ohne Wirtschaft, keine oder geringe Einnahmen der Stadt, dadurch auch geringe Möglichkeiten zu investieren. Erst das Erwirtschaften, dann das Verteilen“, fasst Malow seine Position zusammen. Er will gezielte finanzielle Anreize schaffen und im ständigen Austausch mit den Unternehmen bleiben.
Robert Straßburg von der SPD weist darauf hin, dass das Regionale Raumentwicklungsprogramm eine Ausweitung von Gewerbegebieten in Rostock, Laage und Güstrow, aber nicht in Teterow vorsieht. Daher müsse der Schwerpunkt auf Maßnahmen liegen, die bereits ansässige Unternehmen stärken oder bisher ungenutzte Potenziale mobilisieren. Wichtig seien der Zuzug und Halt von Fachkräften, schnelle Datenverbindungen, ausreichende Energieversorgung und verlässliche Verkehrsverbindungen in umliegende Städte wie Rostock, Hamburg und Berlin.
Gemeinsame Ziele trotz unterschiedlicher Ansätze
Alle vier Kandidaten betonen die Bedeutung der Wirtschaft für Teterows Zukunft. Die Wiedereinrichtung einer Wirtschaftsförderungsstelle wird von allen als essenziell angesehen, ebenso wie die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur und die Unterstützung der Stadtwerke. Während einige auf neue Gewerbegebiete setzen, konzentriert sich Straßburg auf die Stärkung bestehender Unternehmen. Die Wahl am 1. März wird zeigen, welcher Ansatz die Mehrheit der Teterower überzeugt.



