Uckermärker Wandertag übertrifft alle Erwartungen mit Rekordbeteiligung
Wandertag Uckermark: Rekordbeteiligung in Boitzenburg

Der Uckermärker Wandertag lockte am vergangenen Sonntag zahlreiche Wanderbegeisterte aus nah und fern nach Boitzenburg. Die Resonanz war hervorragend, trotz sommerlicher Temperaturen und anspruchsvoller Strecken. Der Kreissportbund (KSB) und die Tourismus Marketing Uckermark (TMU) organisierten das jährliche Event zum Auftakt der Wandersaison bereits zum 13. Mal. Boitzenburgs Bürgermeister Frank Zimmermann (parteilos) begrüßte die Teilnehmer erneut in der Gemeinde und erinnerte an die Anfänge im Jahr 2012, als Boitzenburg erstmals Austragungsort war. Seitdem findet das Event an wechselnden Orten im Landkreis statt. „Es ist beeindruckend, was aus dem kleinen Häufchen von damals inzwischen geworden ist“, so Zimmermann.

Naturbelassene Wanderwege begeistern

Die Kombination aus Naturerlebnis, Gemeinschaft und Tourismus kommt offensichtlich gut an. Viele Wanderfreunde, darunter eine rüstige Seniorenwandergruppe aus Bernau, entschieden sich spontan zur Teilnahme. TMU-Chefin Anet Hoppe lächelte am Sonntag auf Fragen nach konkreten Teilnehmerzahlen und sagte: „Ich sage mal 300 plus. Wir haben irgendwann aufgehört, zu zählen.“ Auch KSB-Mitglied Heike Hellwig-Kluge zeigte sich überrascht. „Als attraktive Wanderregion hatte ich Boitzenburg noch gar nicht so präsent“, versicherte die Prenzlauerin und lobte die weitgehend naturbelassenen, gut begehbaren Wanderwege.

Extra aus Rostock angereist

Manja Mohns reiste mit ihrem Mann Rainer eigens aus Rostock an. „Jetzt, wo die Kinder ihre eigenen Wege gehen, wandern wir beide gern, um nach der Arbeitswoche den Kopf wieder freizubekommen“, erzählte sie. Die Eheleute wählten die mittlere der drei angebotenen Touren. „Die elf Kilometer waren von der Strecke her ganz angenehm für uns. Wir haben beide eine Menge Neues gesehen und erfahren.“

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Baukunst in Boitzenburg

Besonders informationsreich fanden die Teilnehmer die vom Architekten Carsten Frerich geführte, kurze Fünf-Kilometer-Runde zu den im ehemaligen Boitzenburger Landschaftspark verborgenen Tempeln. Frerich verband seine Erläuterungen immer wieder mit Beispielen, die Boitzenburger Baudenkmäler mit Baukunst in der halben Welt verknüpfen. Nach Schlangentempel, Roter Kapelle, Apollotempel und arnimschem Mausoleum beendete die Gruppe diese Tour nach knapp zweieinhalb Stunden als erste am einst gräflichen Marstall. „Den hat Carl Gotthard Langhans entworfen“, berichtete Frerich. „Zugleich schuf er das Berliner Brandenburger Tor, das heute auch die Rückseiten zahlloser 50-Cent-Münzen ziert.“

Knapp 22,5 Kilometer zurückgelegt

In jeder Hinsicht quer durch die Natur ging es für die Wanderer auf dem „Großen Boitzenburger“, der neben dem „Kleinen“ bereits 2009 den Titel „schönster Wanderweg Deutschlands“ erhielt. Thomas Volpers legte knapp 22,5 Kilometer für die längste Wanderrunde zurück, die erst nach fünfeinhalb Stunden gegen 17.45 Uhr endete. In Naugarten bereiteten Helfer den Teilnehmern eine liebevolle Halbzeitversorgung. „Die Tour hat mir sehr viel Freude bereitet“, berichtete der zertifizierte Naturführer und hob das Interesse an seinen Ausführungen hervor. „Wir konnten einen Fischadler beobachten, Frühlingsboten wie die Klappergrasmücke hören und nebenbei die ersten Früchte eines erfolgreichen Waldumbaus sehen.“

Unterstützung für Baumpflanzaktion

TMU-Mitarbeiterin Silke Rumpelt legte allen Teilnehmern die Unterstützung des Projekts „Bäume für die Uckermark“ ans Herz. Mit einer Baumspende von fünf Euro können Interessierte etwas Gutes für die Region tun. Die gespendeten Setzlinge sollen im Herbst genutzt werden, um eine geschädigte Fläche im Stadtwald von Lychen wieder aufzuforsten. Weitere Informationen gibt es unter www.tourismus-uckermark.de.

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