Amokfahrt in Leipzig: Zwei Tote, viele Verletzte – Täter festgenommen
Amokfahrt in Leipzig: Zwei Tote, Täter festgenommen

Eine tödliche Amokfahrt hat die Leipziger Innenstadt am Dienstagabend erschüttert. Ein 33-jähriger Deutscher raste mit einem weißen Auto in die Fußgängerzone und tötete dabei zwei Menschen. Mindestens 20 weitere Personen wurden verletzt, drei davon schwer. Die Polizei nahm den Mann noch am Tatort fest.

Hergang der Tat

Gegen 18:30 Uhr fuhr der Täter vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz und erfasste mehrere Passanten. Augenzeugen berichten von panischen Menschen, die um ihr Leben rannten. Der Fahrer stoppte erst vor einem Freisitz auf dem Marktplatz, wo Poller den Weg versperrten. Mehrere Bürger versuchten, den Mann aus dem Auto zu zerren, bevor die Polizei eintraf und ihn widerstandslos festnahm.

Ermittlungen und Hintergründe

Die Leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube erklärte, man gehe von einer Amoktat aus. Es gebe keine Hinweise auf eine andere Lesart oder weitere Täter. Der 33-Jährige sei in Leipzig geboren und wohnhaft, arbeite als Boxtrainer und befinde sich in psychiatrischer Behandlung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.

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Zeugenberichte

Ruzhdi Korca, ein Augenzeuge, schilderte: „Es war wie im Film. Man denkt nicht, dass einem so was passiert.“ Er sah, wie Menschen auf ihn zurennen, „100 Menschen vielleicht“. Eine 30-jährige Besucherin des Gewandhauses hörte einen lauten Knall und dachte: „Das war‘s mit mir.“ Sie und ihre Freundin suchten in einem Geschäft Schutz. Als sie später den Augustusplatz überquerten, warnte die Freundin sie: „Guck nach oben oder nach links, aber auf keinen Fall nach rechts.“ Dort hätten Verletzte am Boden gelegen.

Reaktionen aus der Politik

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zeigte sich „fassungslos“ und sprach von einer „fürchterlichen Amokfahrt“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte, die Tat mache „uns sprachlos, und sie macht uns entschlossen – wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären“. Der Rechtsstaat werde „mit aller Konsequenz handeln“.

Ermittlungen laufen

Die Polizei hat den Tatort weiträumig abgesperrt und Spuren gesichert. Das weiße Auto mit abgebrochenem Seitenspiegel und zerbeulter Motorhaube wurde beschlagnahmt. Zeugen werden in einem Stockwerk des Gewandhauses befragt und psychologisch betreut. Die Identität der Todesopfer wird noch nicht bekannt gegeben, bis die Angehörigen informiert sind.

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