Wilhelmsburgs Bürgermeister erhält 237.000 Euro für Altschulden - Gespräch über DDR-Blöcke und marodes Gemeindehaus
Wilhelmsburg: Geld für Altschulden und Probleme mit DDR-Wohnblöcken

Kommunaler Entschuldungsfonds bringt Wilhelmsburg 237.000 Euro für Altschulden

Seit Anfang 2024 amtiert Peter Volker Weimer als Bürgermeister von Wilhelmsburg, nachdem er über die AfD-Liste gewählt wurde, jedoch parteilos bleibt. Bei seinem ersten offiziellen Besuch erhielt er nun von Staatskanzleichef Patrick Dahlemann (SPD) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 237.000 Euro aus dem kommunalen Entschuldungsfonds Mecklenburg-Vorpommern. Diese Mittel sind speziell für die Tilgung von Altschulden der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgesehen.

DDR-Wohnblöcke als drängendes Problem

Neben der finanziellen Unterstützung nutzten beide Politiker das Treffen für ein intensives Gespräch über die alltäglichen Herausforderungen der Gemeinde. Bürgermeister Weimer schilderte dabei besonders die prekäre Situation zweier großer Wohnblöcke aus DDR-Zeiten. „Wir haben zwei große Neubaublöcke aus DDR-Zeiten, und die sind wirklich ein Problem“, erklärte Weimer deutlich. Besonders der Block in der Straße der Freundschaft weise hohe Leerstände auf.

„Wenn wir es uns aussuchen könnten, würden wir ihn freiziehen und abreißen“, brachte der Bürgermeister die ernste Lage auf den Punkt. Derzeit werden die etwa 40 Wohneinheiten von der Mele-Unternehmensgruppe betreut, doch es wird aktiv nach einem neuen Verwalter gesucht. Bisher liege nur ein Angebot aus Anklam vor, was Staatskanzleichef Dahlemann veranlasste, den Tipp zu geben, innerhalb der Amtsstruktur bei Ferdinandshof oder Torgelow zu bleiben.

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Marodes Gemeindehaus als weitere Belastung

Auf die Frage nach weiteren aktuellen Themen nannte Weimer sofort das Gemeindehaus der Gemeinde. „Unser großes Problem ist aber das Gemeindehaus, in dem wir hier sitzen“, betonte er nachdrücklich. Bei seinem Amtsantritt sei ihm mitgeteilt worden, dass das Gebäude einsturzgefährdet sei. „Wir können es aktuell noch nutzen, aber in zwei bis drei Jahren brauchen wir Ersatz“, so die dringende Prognose des Bürgermeisters.

Von außen wirke das große Gemeindehaus noch relativ stabil, doch der Zahn der Zeit habe deutlich an der Bausubstanz genagt. Das obere Stockwerk stehe seit Jahren leer, was die Situation zusätzlich verschärft. Für notwendige Sanierungsmaßnahmen werden Kosten in Höhe von geschätzten 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten gestaltet sich schwierig, zumal sich andere kommunale Gebäude wie das 2006 eröffnete Feuerwehrhaus in gutem Zustand befinden.

Klare politische Signale zum Abschluss

Zum Ende des Gesprächs wurde Staatskanzleichef Dahlemann noch einmal deutlich in seiner Haltung. „Sie sind ja kein AfD-Mann. Auch wenn Sie es wären, wäre ich hierhergekommen“, stellte er klar und fügte hinzu: „Mir war wichtig, dass wir uns in die Augen schauen, und das ist nun passiert. Wilhelmsburg hat einige Hausaufgaben und die werden hier umsichtig in Angriff genommen.“

Die Gemeinde hatte bereits zuvor beschlossen, den nicht sinnvoll nutzbaren Speicher zu verkaufen, da die Instandhaltung nicht gewährleistet werden kann. Ebenso soll das gesamte Schulensemble in Eichhof veräußert werden. Diese Maßnahmen zeigen, dass Wilhelmsburg trotz finanzieller Herausforderungen aktiv an der Lösung struktureller Probleme arbeitet.

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