UNO-Resolution verurteilt transatlantischen Sklavenhandel als schwerstes Verbrechen
In einer historischen Abstimmung hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den transatlantischen Sklavenhandel als »schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit« eingestuft. Die von Ghana eingebrachte Resolution erhielt die Unterstützung von 123 Staaten, während Israel, die USA und Argentinien dagegen stimmten. Deutschland enthielt sich bei der Entscheidung, die rechtlich nicht bindend ist.
Begründung und Forderungen der Resolution
Im Resolutionstext wird betont, dass der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmaßes, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen als das schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten sei. Zusätzlich fordert die Resolution die unentgeltliche und ungehinderte Rückgabe von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer.
US-amerikanische Empörung und politischer Kontext
Der US-Vertreter Dan Negrea kritisierte die Resolution als höchst problematisch und erklärte, die Vereinten Nationen seien nicht gegründet worden, um spezifische Interessen voranzutreiben oder internationale Nischentage zu etablieren. Diese Haltung spiegelt die breitere kulturpolitische Linie der Regierung unter Donald Trump wider, die gegen eine angeblich antiamerikanische Geschichtsauffassung und linke Ideologien in Kulturinstitutionen vorgeht.
Unter Trump wurden in den USA Maßnahmen ergriffen, die gesellschaftliche Fortschritte im Umgang mit Rassismus und Kolonialgeschichte gefährden könnten. Beispielsweise ließ die US-Regierung im vergangenen Jahr missliebige Inhalte aus Nationalmuseen entfernen, und die Nationalparkverwaltung baute eine Freiluftausstellung zur Sklavereigeschichte in Philadelphia ab, was später gerichtlich angeordnet wiederaufgebaut werden musste.
Historischer Hintergrund und Gedenktag
Die Abstimmung fiel auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Amerika sowie in die Karibik gebracht, wobei viele die Überfahrt nicht überlebten. Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien 1807 verboten, in den USA 1865 offiziell untersagt, und mit der Menschenrechtskonvention der UNO 1948 weltweit geächtet.
Bürgerrechtsorganisationen warnen, dass die aktuellen politischen Entwicklungen in den USA Fortschritte bei der Aufarbeitung von Rassismus und Kolonialgeschichte zurückdrehen könnten. Die Richterin Cynthia M. Rufe betonte in einem Urteil, dass die US-Regierung nicht die Befugnis habe, historische Wahrheiten zu verschleiern oder zu verfälschen.



