Pistorius nominiert Carsten Breuer für einflussreiches Nato-Amt: „Exzellenter Kandidat“
Breuer als Kandidat für Nato-Militärausschuss nominiert (13.02.2026)

Deutschland schickt ranghöchsten Soldaten in Rennen um Nato-Spitzenposten

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am Rande eines Bündnistreffens in Brüssel eine bedeutende Personalentscheidung bekannt gegeben: Deutschland nominiert Generalinspekteur Carsten Breuer für den Posten des Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses. Dieser gilt neben dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa als einflussreichster Militärposten innerhalb des Bündnisses.

„Exzellenter Kandidat“ mit breiter Unterstützung

„Ich freue mich sehr, dass wir als Bundesrepublik Deutschland mit Generalinspektor Carsten Breuer einen exzellenten Kandidaten für diesen Ausschuss haben“, erklärte der SPD-Politiker Pistorius. Der Minister betonte, Breuer habe sich aufgrund seiner herausragenden analytischen Fähigkeiten und seines strategischen Weitblicks einen Namen gemacht – insbesondere mit Blick auf die aktuelle Bedrohungslage in Europa. Er genieße hohes Ansehen und verfüge über zahlreiche Unterstützer innerhalb der Allianz.

Pistorius verwies zudem auf die enge Abstimmung mit der Opposition: Man habe sich mit Unionsfraktionschef Friedrich Merz und dem außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, schnell auf die Nominierung Breuers verständigt. Dies unterstreiche die breite politische Zustimmung für den Kandidaten.

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Wahl im September 2024, Amtsantritt 2027

Nach Angaben der Nato soll die Nachfolge des derzeitigen Amtsinhabers, des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone, bei einer Tagung des Militärausschusses in Kopenhagen im September 2024 entschieden werden. Theoretisch kann jeder der 32 Bündnisstaaten einen Kandidaten nominieren. Der gewählte Vorsitzende würde dann im Sommer 2027 sein Amt antreten und für drei Jahre die Position innehaben.

Der Vorsitzende des Militärausschusses fungiert als wichtigster militärischer Berater des Nato-Generalsekretärs und bildet das zentrale Bindeglied zwischen den Generalstabschefs aller Mitgliedstaaten und den politischen Entscheidungsgremien des Bündnisses. Über ihn laufen sowohl Empfehlungen der Militärs an die Politik als auch Weisungen und Richtlinien an den Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa und den Generaldirektor des Internationalen Militärstabs.

Breuers Karriere und Erfahrung

Carsten Breuer, 61 Jahre alt, ist seit März 2023 Generalinspekteur der Bundeswehr und damit der ranghöchste Soldat Deutschlands. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Eberhard Zorn, der diese Position seit April 2018 innehatte. Vor seiner Ernennung zum Generalinspekteur war Breuer Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr, das er maßgeblich mit aufgebaut hatte.

Bekanntheit über militärische Kreise hinaus erlangte Breuer als Leiter des Corona-Krisenstabs im Bundeskanzleramt während der Pandemie. Diese Erfahrung in der Führung komplexer, länderübergreifender Krisenstäbe wird als wertvolle Zusatzqualifikation für die Nato-Position gewertet.

Pistorius würdigte Breuers Beitrag zur Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit in den vergangenen Jahren. Gemeinsam habe man den Personalaufwuchs der Streitkräfte gewährleistet und bei der Ausstattung der Soldatinnen und Soldaten deutliche Fortschritte erzielt.

Kontext: Deutsche Führungsrolle in der Nato

Die Nominierung Breuers erfolgt vor dem Hintergrund jüngster Anpassungen in der Nato-Kommandostruktur. Erst am Dienstag hatte das Bündnis mitgeteilt, dass die USA in der militärischen Kommandostruktur Spitzenposten an Europäer abgeben werden. Nach Informationen aus Bündniskreisen bedeutet dies, dass Deutsche in der Gesamtschau künftig mehr Führungsverantwortung übernehmen werden als amerikanische Offiziere.

Diese Entwicklung spiegelt die wachsende strategische Bedeutung Deutschlands innerhalb des Bündnisses wider und unterstreicht die Bereitschaft Berlins, mehr Verantwortung in der transatlantischen Sicherheitsarchitektur zu übernehmen. Die Nominierung Breuers für diesen Schlüsselposten markiert einen weiteren Schritt in dieser Richtung.

Die Entscheidung im September wird mit Spannung erwartet, da sie nicht nur über die persönliche Karriere Breuers, sondern auch über die künftige Gewichtung deutscher Expertise in den höchsten Gremien der Nato entscheiden wird.

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